Pürthner, Johann Karl (1860-1917), Elektrotechniker und Lehrer

Pürthner Johann Karl, Schulmann und Elektrotechniker. * Baden (NÖ), 29. 9. 1860; † Wien, 31. 5. 1917. Absolv. die Lehrerbildungsanstalt in Krems und unterrichtete ab 1879 (1880 Lehrbefähigung für Volksschulen, 1882 für Bürgerschulen) an verschiedenen Wr. Schulen, zuletzt ab 1913 an der Mädchen-Bürgerschule Wien XVII., Redtenbacherg. P. stellte 1884 einen von ihm verbesserten Selbstunterbrecher auf der Elektr. Landes-, Ind.- und Forstausst. in Steyr aus. 1885 führte er experimentelle Arbeiten am Elektrotechn. Inst. in Wien durch, entwickelte einen Induktionsapparat für medizin. Zwecke und machte über kurze Entfernungen erfolgreiche Versuche zur drahtlosen Telegraphie. 1890 beschäftigte er sich mit elektrochem. Schallaufzeichnung. 1892 produzierte die Wr. Fa. Deckert & Homolka eine von ihm verbesserte Influenzmaschine. Aufgrund seiner rund ein Jahrzehnt vor Popow und Marconi durchgeführten Arbeiten gehört P., der erstmals die Trennung verschiedener Stationen durch unterschiedliche Frequenzen vorschlug, zu den frühen Pionieren der drahtlosen Nachrichtentechnik.

W.: Neuerung an Selbstunterbrechern, dt. Patent n. 30734; Neues Verfahren zur Erzeugung gleichgerichteter inducirter Ströme (Privilegium vom 14. 8. 1885), in: Z. für Elektrotechnik 5, 1887; Telegraphie ohne Drahtleitung, ebenda, 5, 1887; Telegraphie und Telephonie ohne Drahtleitung, in: Der Electro-Techniker 6, 1887; Ueber die Reproduktion von Schallwellen auf elektr. Wege, in: Z. für Elektrotechnik 8, 1890; Neuerung an Influenzmaschinen, ebenda, 10, 1892; Verfahren zur Bestimmung der Schnelligkeit in der Aufeinanderfolge intermittierender Ströme und Anwendung desselben zu einem Teletachometer, ebenda, 10, 1892.
L.: Die Ausst, in Steyr, in: Z. für Elektrotechnik 2, 1884, S. 566 f.; A. v. Waltenhofen, Über die Charakteristik von Deprez und über den Einfluß der Ankerströme auf die Intensität des magnet. Feldes, ebenda, 3, 1885, S. 549 f.; R. Lewandowski, Ueber Neuerungen an Inductions-Apparaten, ebenda, 4, 1886, S. 270 ff.
(J. Braunbeck)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 39, 1982), S. 326
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