Rabl, Walter (1873-1940), Dirigent und Komponist

Rabl Walter, Dirigent und Komponist. * Wien, 30. 11. 1873; † Klopein a. Klopeinersee (Kärnten), 11. 7. 1940. Erhielt seine musikal. Ausbildung zunächst in Salzburg bei J. F. Hummel (s. d.), später bei K. Navratil in Wien und stud. Musikwiss. bei G. Adler (s. d.) an der Dt. Univ. Prag, 1897 Dr. phil. Als junger Komponist wurde er von Brahms (s. d.) sehr gefördert. 1898–1902 war er Korrepetitor an der Dresdner Hofoper, 1903–06 1. Kapellmeister am Stadttheater von Düsseldorf. In der Spielzeit 1906/07 dirigierte R. an den vereinigten Bühnen von Essen und Dortmund, danach am Stadttheater von Breslau (Wrocław). 1907–14 und 1923 war er als Leiter des dt. Repertoires am Teatro Real in Madrid erfolgreich. 1915–24 wirkte R. als Städt. Musikdir. in Magdeburg. Auf Tourneen in den USA und Kanada (ab 1929) machte er sich auch dort bes. als Interpret von Opern Wagners und R. Strauß’ einen Namen. Als Komponist schuf er zahlreiche häufig aufgeführte Werke, hauptsächlich Kammermusik und Lieder in der Nachfolge von Brahms. Seine Oper „Liane“, die dagegen der Richtung Wagners verpflichtet ist, wurde 1903 in Straßburg mit Erfolg uraufgeführt. Ab 1905 war R. mit der Opernsängerin H. v. Kriesten verheiratet.

W.: Liane (Oper, Text von W. E. Ernst), 1903; Symphonie d-Moll; Kammermusik, u. a. Klarinettenquartett Es-Dur; ein- und mehrstimmige Lieder mit Klavier bzw. Orchester. – Hrsg.: H. Isaac, Choralis Constantinus 1, gem. mit E. Bezecny (= Denkmäler der Tonkunst in Österr. 5, 1), 1898.
L.: Baker; Frank–Altmann; Kosch, Theaterlex.; Kosel 2; Müller; Riemann; A. Eccarius-Sieber, W. R., in: Monographien moderner Musiker 2, 1907, S. 192 ff.; M. Kalbeck, J. Brahms 4, 1914, S. 508; J. Brahms, Briefwechsel 12/4, hrsg. von M. Kalbeck, 1919, S. 208 ff.; J. Subirá, Historia y Anecdotario del Teatro Real, 1949, s. Reg.; Universal-Hdb. der Musikliteratur aller Zeiten und Völker, hrsg. von F. Pazdírek, o. J.
(Ch. Harten–U. Harten)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 39, 1982), S. 361f.
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