Raffalt, Johann Gualbert (1836-1865), Maler

Raffalt Johann Gualbert, Maler. * Murau (Stmk.), 9. 7. 1836; † Rom, 16. 8. 1865. Sohn des Vorigen; erhielt den ersten Zeichenunterricht von seinem Vater, 1850–55 stud. er an der Wr. Akad. der bildenden Künste, die ihm 1854 für Stud.Köpfe den 1. Preis verlieh. Nach Beendigung seiner Stud. schloß er sich eng an Pettenkofer (s. d.) an, der ihn in die Künstlerkolonie nach Szolnok mitnahm. Stud.Reisen führten R. auch nach Paris (1861), Dalmatien und Montenegro (1863) sowie Italien (1865). Während R.s Frühwerke den Stil seines Vaters zeigen, lassen seine späteren, vom Publikum bes. geschätzten Bilder deutlich den Einfluß seines Freundes Pettenkofer erkennen. Von nachhaltiger Wirkung auf sein Schaffen wurde seine Begegnung mit der Schule von Barbizon. Trotz seines frühen Todes kommt R., der wegen seiner Vorliebe für ung. Motive „Pußtamaler“ genannt wurde, innerhalb der österr. Malerei als Vorläufer des Impressionismus eine bedeutende Stellung zu. Sein umfangreicher Nachlaß umfaßt 1255 Nummern. Ausst.: Graz 1965.

W.: Der Aufbruch (Öl, Österr. Galerie, Wien); 7 Ölbilder, Radierung, 30 Bleistiftskizzen (Neue Galerie, Graz); etc.
L.: Tagespost (Graz) vom 30. 8. 1865; Bénézit; Seubert; Thieme–Becker; Wastler; Wurzbach; S. Gierke, I. Raffalt, ein steir. Maler des Biedermeier, phil. Diss. Innsbruck, 1964, S. 78 ff.; I. und J. G. R. Ölbilder und Zeichnungen, Graz 1965 (Kat.); Archiv der Neuen Galerie, Graz.
(G. Gsodam)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 40, 1983), S. 387f.
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