Raffl, Franz (1775-1830), Bauer

Raffl Franz, Bauer. * Tall b. Meran (Südtirol), 10. 10. 1775; † Reichertshofen, Bayern (BRD), 13. 2. 1830. War ab 1806 Bauer auf Grueb in Prantach und damit Nachbar des Pfandlerbauern, in dessen Almhütte sich A. Hofer gegen Ende 1809 versteckt hatte. Angelockt von der auf Hofers Ergreifung ausgesetzten Prämie von 1500 fl, verriet R. der französ. Besatzung in Meran Hofers Aufenthaltsort, sodaß der Sandwirt im Jänner 1810 verhaftet werden konnte. Von diesem Zeitpunkt an wurde R. von seinen Landsleuten im Passeier als „Judas von Tirol“ verachtet, von allen gemieden und wiederholt auch bedroht. Nach der Zwangsversteigerung seines Hofes im März 1810 fand er keine Arbeit mehr und mußte durch den bayer. Gen. Rechberg, den er um militär. Schutz gebeten hatte, unterstützt werden. 1811–23 bekleidete er die Stelle eines Hall- oder Waagdieners in München. Nach seiner Pensionierung lebte er in Reichertshofen.

L.: Kosch, Das kath. Deutschland; Wurzbach; J. Hirn, Tirols Erhebung im Jahre 1809, 1909, S. 794, 837 f.; K. Klaar, F. R., der Verräter A. Hofers (= Anno Neun 31), 1921.
(H. Gritsch)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 40, 1983), S. 390
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