Rannicher, Jakob (1823-1875), Jurist und Politiker

Rannicher Jakob, Jurist und Politiker. * Hermannstadt (Sibiu, Siebenbürgen), 7. 11. 1823; † ebenda, 8. 11. 1875. Sohn eines Handwerkers; stud. 1844–48 Jus an der Rechtsakad. in Hermannstadt. 1850–56 war er als Konzeptsadjunkt im Min. für Kultus und Unterricht in Wien tätig, wo er um die Regelung der kirchlichen Angelegenheiten der Siebenbürger Sachsen verdienstvoll bemüht war. 1856/57 Statthaltereisekretär und Mitgl. des Oberkonsistoriums in Hermannstadt. 1863 Gubernialrat. 1863–65 Reichsratsabg., 1866 Deputierter im ung. Reichstag. 1867–75 Sektionsrat im ung. Min. für Kultus und Unterricht in Budapest. Als Vertreter der austrophilen „Altsachsen“ verfaßte R. zahlreiche Denkschriften, wurde aber 1874 angefeindet, als er die Arrondierung des „Königsbodens“ im Kom. befürwortete.

W.: Die neue Verfassung der evang. Landeskirche AB in Siebenbürgen . . ., 1856, 2. Aufl. 1857; Das Fürstenhaus Schwarzenberg, 1858, 2. Aufl. 1859; Hdb. des evang. Kirchenrechtes mit bes. Rücksicht auf die evang. Landeskirche AB in Siebenbürgen 1, 1859; etc. Hrsg.: Smlg. der wichtigsten Staatsakten, Oesterr., Ungarn und Siebenbürgen betreffend . . ., 3 He., 1861–63; etc.
L.: ADB; Das geistige Ungarn; Kosch, Staatshdb.; Révai; Szinnyei; Trausch, s. Reg.; F. Teutsch, Geschichte der Siebenbürger Sachsen 3, 1926, S. 7, 14 ff., 33 ff.
(C. Göllner)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 40, 1983), S. 416
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