Rapoldi, Martin (1880-1926), Politiker und Journalist

Rapoldi Martin, Politiker und Journalist. * St. Johann (Kärnten), 11. 11. 1880; † Innsbruck, 18. 10. 1926. Sohn eines Bauern; erlernte in Klagenfurt das Tischlerhandwerk und trat mit 18 Jahren der Gewerkschaft der Holzarbeiter bei. Er arbeitete einige Zeit in Klagenfurt als Geselle und kam über Wien 1904 nach Tirol, wo er zunächst in seinem erlernten Beruf tätig war. 1904–06 war er bei der Allg. Arbeiterkrankenkasse angestellt, ab 1906 wirkte er in der Red. der „Volks-Zeitung“. Unter seiner Leitung wurde eine eigene Druckerei errichtet und die „Volks-Zeitung“ zur Tagesztg. ausgestaltet. Eine Einladung von Austerlitz (s. d.), in die Red. der „Arbeiter-Zeitung“ einzutreten, lehnte er ab. R. war 1918/19 Mitgl. des Tiroler Nationalrates, 1919 Landtagsabg., ab 1919 Mitgl. des Gemeinderates der Stadt Innsbruck. 1919–23 1. Bürgermeisterstellvertreter, dann Obmann des Verwaltungsrates der städt. Lichtwerke, ab 1923 Stadtrat. Seiner Initiative ist u. a. die Erwerbung des Achensees für die Stadt Innsbruck und im Zusammenhang damit die Gründung der Tiroler Wasserkraftwerke AG zu danken. R. spielte in der Tiroler Selbständigkeitspolitik der Jahre 1918/19 eine bes. Rolle.

L.: Alpenland, Innsbrucker Nachrichten, Tiroler Anzeiger und Volks-Ztg. vom 18. 10., Volks-Ztg., Arbeiter-Ztg. und RP vom 19. 10. 1926; G. Oberkofler, Die Tiroler Arbeiterbewegung (= L. Boltzmann Inst. für Geschichte der Arbeiterbewegung. Materialien zur Arbeiterbewegung 13), 1979, S. 104 f., 128 f., 131, 136 f., 149, 185.
(K. Kunst)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 40, 1983), S. 420
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