Ray (Raj), Pietro (1773-1857), Komponist und Musiklehrer

Ray (Raj) Pietro, Komponist und Musikpädagoge. * Borghetto Lodigiano (Lombardei), 14. 11. 1773 (Taufdatum); † Mailand, 11. 4. 1857. Zeigte schon in früher Jugend musikal. Begabung, erhielt in Lodi Klavier- und Orgelunterricht und stud. Generalbaß und Komposition bei Gazzaniga in Crema. 1793 wurde er Schüler von Sala (Kontrapunkt) und anschließend von Piccinni am Conservatorio della Pietà dei Turchini in Neapel. Nach Beendigung seiner Stud. bekleidete er 1800–04 die Kapellmeisterstelle an der Kirche Beata Vergine Incoronata in Lodi. Danach ging er als Musiklehrer nach Mailand und wurde 1808 als Prof. für Gesang an das dortige Konservatorium berufen, an dem er 1826 die Stelle eines Vicecensore erhielt und schließlich ab 1839 bis zu seiner Pensionierung 1850 als Prof. für Komposition tätig war. 1828–33 versah R. zusätzlich das Kapellmeisteramt am Dom in Monza. Seine zahlreichen Werke, darunter auch Gelegenheitskompositionen zu Ehren von K. Franz I. (s. d.), wurden von den Zeitgenossen sehr geschätzt und häufig aufgef., sind jedoch zum Großtl. nur handschriftlich in den Musikarchiven der Lombardei, Piemonts und Genuas erhalten.

W.: Tre ore d’agonia o Le sette parole (Oratorium), 1807; Gli Spensierati (kom. Oper), 1816; Messen und andere kirchenmusikal. Werke; Arien; Klavierstücke; etc. Kantaten: Onore e fedeltà, 1807; Il tempio d’Imeneo, 1811; L’Italia esultante, 1811; Il Trionfo della Pace, 1815; etc. Szen. Kantaten: Alessandro in Armozia, 1808; La Contesa, 1816. – Publ.: Studio teorico-pratico di contrappunto, (1846).
L.: C. De-Vigili, P. R., in: Gazzetta Musicale di Milano vom 26. 4. 1857; G. Fè, I testi musicali della bibl. Laudense, in: Archivio Storico per la Città e i Comuni . . . di Lodi 45, 1926, S. 118ff.; Bernsdorf; Eitner; Fétis; Reissmann; Schilling; Schmidl; Wurzbach; F. S. Gaßner, Universal-Lex. der Tonkunst, Neuausg. 1849; G. Oldrini, Storia musicale di Lodi . . ., 1883, S. 182ff.; Enc. della musica, 1972; Mitt. L. Samarati, Lodi, Italien.
(Ch. Harten)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 40, 1983), S. 445
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