Rázga, Pál (1798-1849), Revolutionär und Seelsorger

Rázga Pál, Revolutionär und Seelsorger. * Bösing (Pezinok, Slowakei), 10. 12. 1798; † Preßburg (Bratislava), 18. 6. 1849 (hingerichtet). Stud. evang. Theol. AB in Preßburg (1817–21) und Wien (1821–23). Nach kurzer Erziehertätigkeit wirkte er als Pfarrer in Kärnten (1823–27 in Trebesing, 1827–35 in Zlan) und setzte sich für das evang. Schulwesen ein. Ab 1835 war er als Pfarrer in Modern (Modra) tätig, wo er für sein Seniorat ein Versorgungsinst. für Witwen und Waisen von Pfarrern gründete. 1839 wurde er Pfarrer der dt. evang. Pfarrgemeinde AB in Prag und organisierte dort das evang. Schulwesen. Ab 1846 Pfarrer in Preßburg, wurde R. 1848 zur führenden Gestalt der revolutionären Bewegung in Preßburg und Vorsitzender des Nationalver. sowie Organisator des bewaffneten Landsturms. Er wurde deswegen Ende Dezember inhaftiert, zum Tode verurteilt und durch den Strang hingerichtet. R.s Sohn, Heinrich R. (1841–96), der unter dem Ps. Heinrich Thalboth als Schauspieler und Bühnenschriftsteller in Wien wirkte, erwarb sich als Sekretär am Stadttheater sowie als verantwortlicher Leiter des Ausst.-Theaters, 1892, Verdienste.

L.: J. K. Bünker, Die evang. Pfarrer in Kärnten vom Toleranzpatent bis zur Gegenwart, in: Jb. der Ges. für die Geschichte des Protestantismus in Österr. 34, 1913, S. 153, 157f.; Enc. Slovenska; M. Életr. Lex.; Pallas; Révai; Rieger; Szinnyei; Wurzbach; Zoványi.– Heinrich R. (meist unter Thalboth): N. Fr. Pr. vom 22. 1. 1896 (Abendausg.); Brümmer; Biograph. Jb. 1, 1897, S. 313f.; Giebisch– Gugitz; Nagl–Zeidler–Castle 3–4, s. Reg.
(B. Németh)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 40, 1983), S. 446f.
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