Řebíček, Josef (1844-1904), Violinist, Kapellmeister und Komponist

Řebíček Josef, Violinist, Kapellmeister und Komponist. * Prag, 7. 2. 1844; † Berlin, 24. 3. 1904. Stud. bereits als Achtjähriger in Prag an der Musiklehranstalt von J. Proksch (s. d.) Klavier, 1855–61 am Konservatorium bei Mildner (s. d.) Violine. Nach kurzer Tätigkeit als Privatlehrer wurde er 1861 Mitgl. der Hofkapelle zu Weimar, 1863 Dir. (Konzertmeister) des selbständigen Orchesters am Prager Interimstheater; 1865 unternahm er gem. mit dem Violoncellisten A. Popper Konzerttourneen. Nach seiner Rückkehr nach Prag wurde er Konzertmeister am dt. Landestheater, 1868 am kgl. Theater in Wiesbaden, 1875 Musikdir. Ab 1882 wirkte Ř. als Operndir. und Erster Konzertmeister am Hoftheater in Warschau, ab 1891 als Kapellmeister am ung. Nationaltheater in Budapest, ab 1893 war er wieder in Wiesbaden. 1897–1903 wirkte er als Dirigent des Berliner Philharmon. Orchesters in Berlin. Ř. wurde als ausgezeichneter Dirigent sowie als hervorragender, techn. ungemein versierter Violinvirtuose gleichermaßen geschätzt. Er komponierte vor allem Violinmusik.

W.: Andante cantabile und Allegro appassionato für Violine und Klavier, 1867; Sonate für Violine und Klavier, C-Dur, op. 3, 1878; 3 Romanzen für Violine und Klavier, op. 4; Symphonie, h-Moll, op. 10; Dramat. Ouverture für Orchester; Phantasie über das tschech. Volkslied „Píseň kovářská“ für Violine und Klavier; Gedenkbl. für Klavier; etc.
L.: Národní Listy vom 7. 2. 1900; N. Fr. Pr. vom 25. 3. 1904; Allg. Musik-Ztg. vom 1. 4. 1904; Dt. Bühnen-Almanach 52, 1888, S. 239; W. Altmann, J. R., in: Z. der Internationalen Musik-Ges. 5, 1903/04, S. 317 ff.; Neuer Theater-Almanach 16, 1905, S. 179; Hudební zpravodaj 9, 1940, n. 4, S. 29; Baker, 6. Aufl.; Černušák–Štědroň–Nováček; Otto 21, 28; Rieger; Riemann, 11. Aufl.; Schmidl; Thompson; Wurzbach; J. Branberger, Konservatoř hudby v Praze, 1911, S. 93; F.Žídek. Čeští houslisté tří století, 1979, S. 88; J. Srb-Debrnov, Slovník hudebních umělců slovanských, Manuskript, Musikabt., Nationalmus., Prag.
(A. Myslík)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 41, 1984), S. 3
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