Reschner, Martin (1791-1872), Historiker und Seelsorger

Reschner Martin, Historiker und Seelsorger. * Hermannstadt (Sibiu, Siebenbürgen), 1. 5. 1791; † ebenda, 16. 2. 1872. Sohn eines Schuhmachermeisters; stud. 1815–17 evang. Theol. AB und Geschichte an der Univ. Jena. Nach kurzer Lehrtätigkeit am evang. Gymn. in Hermannstadt war er 1821–35 Pfarrer in Michelsberg (Cisnădioara) und 1835–63 Pfarrer in Talmesch (Tălmaciu). R.s Plan, gem. mit Schaser und K. Neugeboren (s. d.) ein Urkundenbuch der Siebenbürger Sachsen herauszugeben, scheiterte an den Kommunal- und Stuhl-bzw. Distriktsbehörden, die ihr Urkundenmaterial nicht veröff. haben wollten. Dank seiner heute im Staatsarchiv von Hermannstadt aufbewahrten Urkunden- und Aktensmlg., dem „Diplomatarium . . . continens monimenta . . . res Saxonum Transsilvaniae . . . illustrantia“, 11 Foliobde., und seinen „Collectanea varia historico-diplomatica“, 7 Foliobde., gilt R. als der bedeutendste dt. Sammler von hist. Materialien in Siebenbürgen.

W.: De praediis praedialibusque Andreani commentatio, 1824; Krit. Beitrr. zur Kirchengeschichte des Hermannstädter Capitels vor der Reformation, in: Archiv für die Kenntniß von Siebenbürgens Vorzeit und Gegenwart, 1841; etc.
L.: Siebenbürg.-Dt. Wochenbl. 5, 1872, S. 121, 542; G. D. Teutsch, Denkrede auf M. R., in: Archiv des Ver. für siebenbürg. Landeskde., NF 10, 1872, S. 299 ff.; Dt. Wiss. im Siebenbürger Sachsenland in den letzten Jahrzehnten, in: Preuß. Jbb. 45, 1880, S. 579 ff.; F. Zimmermann, Handschriftliche Urkunden-Smlg. siebenbürg. Ursprunges . . ., in: Archiv des Ver. für siebenbürg. Landeskde., NF 19, 1884, S. 120 ff.; ADB; Syinnyei; Trausch, s. Reg.
(G. Gündisch)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 41, 1984), S. 85f.
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