Rettich-Pirk, Sarolta von; geb. Karoline Krippel, verehel. Rettich von Wildenhorst (1863-1948), Sängerin und Schauspielerin

Rettich-Pirk Sarolta von, geb. Karoline Krippel, Sängerin und Schauspielerin. * Wien, 13. 6. 1863; † Wien, 18. 2. 1948. Tochter eines Beamten; debut. nach Ausbildung am Wr. Konservatorium der Ges. der Musikfreunde (u. a. in Gesang bei Dustmann-Meyer, s. d., und Klavier bei Ramesch) 1884 unter dem Namen Sarolta Pirk an der Wr. Hofoper als Marie in Lortzings „Zar und Zimmermann“. 1885–97 am dt. Landestheater in Prag, errang sie im Soubretten- und jugendlich-dramat. Fach, aber auch in der Operette und im Schauspiel große Erfolge. Nach Gastspiel- und Konzertreisen wurde sie 1898 von Müller (-Guttenbrunn) (s. d.) an das neuerrichtete Kaiserjubiläums-Stadttheater in Wien verpflichtet, wo sie bes. im Volksstück und in der Posse durch ihre kom. Begabung und ihre Charakterisierungskunst volkstümlicher Bühnengestalten erfolgreich war. Nach einem Engagement als Operettensängerin am Theater a. d. Wien (1902–07) und weiteren Gastspielreisen wirkte sie ab 1909 als Gesangpädagogin in Wien. Sie heiratete 1886 den Ministerialbeamten B. Rettich v. Wildenhorst.

Hauptrollen: Cherubin (W. A. Mozart, Die Hochzeit des Figaro); Zerline (ders., Don Giovanni); Pamina (ders., Die Zauberflöte); Ännchen (C. M. v. Weber, Der Freischütz); Adele (J. Strauß, Die Fledermaus); Rosa (F. Raimund, Der Verschwender); etc. – Publ.: Kleine Lieder aus großer Zeit, 1916.
L.: Eisenberg, Bühnenlex.; Frank-Altmann, 14. Aufl.; Kosch, Theaterlex.; Müller; O. G. Flüggen, Biograph. Bühnen-Lex. der Dt. Theater, 1892.
(C. Höslinger)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 41, 1984), S. 94
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