Riedl, P. Robert (Christian) (1838-1909), Lehrer

Riedl P. Robert (Christian), OSB, Schulmann. * Ruppersdorf (Ruprechtice, Böhmen), 2. 2. 1838; † Wien, 28. 9. 1909. Sohn eines Färbermeisters; trat 1859 in das Benediktinerstift in Braunau (Břevnov) ein; stud. zunächst an der Univ. Prag Theol. (1862 Priesterweihe, 1863 Ordensgelübde), 1863–66 an der Univ. Wien Phil., 1866 legte er die Lehramtsprüfung aus Latein und Griech. ab. R. wirkte zunächst am Ordensgymn. in Braunau, ab 1873 am dt. Gymn. in Triest, ab 1875 am Theresianum in Wien. 1887 wurde er Landesschulinsp. für die Mittelschulen in Mähren, 1896 Landesschulinsp. in Böhmen und Präs.-Stellvertreter im Kuratorium der Gf. Straka’schen Akad. 1900 i. R. 1902 Ehrenabt des Benediktinerordens. 1898 HR. R.s Bedeutung liegt fast ausschließlich in seiner Reformtätigkeit auf dem Gebiet des Schulwesens. Er widmete auch den tschech. Mittelschulen große Aufmerksamkeit und erwarb sich u. a. um die Verstaatlichung des Gymn. in Kremsier (Kroměříž) sowie um die Gründung einiger tschech. Mittelschulen große Verdienste.

W.: Horazen’s Welt und Lebensanschauung . . ., in: Programm des k. k. Gymn. in Triest . . . 1873, 1873; Ist der Tacitus gemachte Vorwurf der Parteilichkeit begründet?, ebenda, 1874; Über den Parteistandpunkt des Tacitus, ebenda, 1875; Über die Vorbildung zum Lehramt an den Mittelschulen, in: Jahres-Ber. über das Gymn. der k. k. Theresian. Akad. in Wien . . . 1885, 1885; etc.
L.: Stud. und Mitt, aus dem Benediktiner- und dem Cistercienser-Orden 30, 1909, S. 482 f.; Masaryk; Otto 21; Staatliches Zentralarchiv, Prag.
(M. Vilímková)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 42, 1985), S. 144
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