Rigele, Friedrich (1878-1937), Alpinist und Jurist

Rigele Friedrich, Alpinist und Jurist. * Wolkersdorf (NÖ), 12. 8. 1878; † Bad Reichenhall, Bayern (BRD), 10. 10. 1937. Sohn eines Notars, Enkel des Gen.Stabsarztes F. v. Kraus (s. d.); stud. 1896–99 an der Univ. Wien Jus und war dann als Notar in Saalfelden tätig, von wo aus er viele Bergfahrten, bes. im Steinernen Meer und in der Glocknergruppe, unternahm. Während des Ersten Weltkriegs war er Alpiner Referent in der Ortler- und Adamellogruppe, in der Zwischenkriegszeit Schulungsoff. bei den Gebirgstruppen des Dt. Reiches. R. war nicht ausschließlich Felsgeher. Gem. mit dem Münchner Bergsteiger Welzenbach verwendete er 1924 erstmals Eishaken bei der Erstbegehung der Nordwestwand des Großen Wiesbachhorns in der Glocknergruppe, dem entscheidenden Ausgangspunkt für sämtliche späteren, immer kühner werdenden Eisfahrten der Ost- und der Westalpen, die sonst nicht denkbar gewesen wären. Begleiter: H. Angerer (s. d.), F. Barth, P. und S. Huber, G. v. Kraus, J. Lackner, O. Rigele, L. Schifferer, V. Seerainer, K. Wien, H. v. Zallinger, H. Zangerle, O. Zimmeter u. a.

Neue Bergfahrten: Hochkalter, Ostgrat (1909), Schärtenspitze, Ostwand (1924), beide Hochkaltergruppe, Berchtesgadener Alpen; Ankogel über den Schwarzkopfsattel (1909), Ankogel-Hochalmspitzgruppe; Ralfkopf, Südostgrat (1911), Schobergruppe; Selbhorn, Westwand (1918), Hochstreif (jetzt Poneck oder Bonegg), Südgrat, Wildalmkirchel, Südwand, Breithorn, Ostwand (alle 1919), Breithorn, Südostgrat und Westwand, Drei Docke, Überschreitung von West nach Ost, Persailhorn, Nordkamine, Nordwestwand und Südgrat, Schindlkopf, neuer Durchstieg durch die Südwand, Streichenbeil, Westwand, Schönfeldspitze, Südwand (alle 1920) und Ostwand, Αlhörn, Südostwand, Sommerstein, Südwestwand (alle 1921), Rotkopf, Südostwand (1922), alle Steinernes Meer; Lammkopf über die Schneekarscharte (1919), Hochkönigstock; Östliche Hochgrubachspitze, Südgrat (jetzt R. Kante, 1922), Höchster Törlturm, Südwand (1924), Westliches Törleck, Südwand (1925), alle Wilder Kaiser; Birnhorn durch die Hochbrettschlucht (1923), Mittleres Dreizinthorn, Südwand (1924), beide Leoganger Steinberge; Hoher Tenn über Hirzbachkees (1923), Großes Wiesbachhorn, Nordwestwand (1924), beide Glocknergruppe; Zermatter Breithorn, Nordwestwand (1926), Walliser Alpen; etc. - Publ.; Die Dachstein-Südwand, in: ÖAZ 35, 1913; Die Sommerstein-Wand, ebenda, 47, 1925; Sport und Kultur, ebenda, 49, 1927; Die k. u. k. Bergführertruppe im Weltkriege, in:Z.-DÖAV 59, 1928; Das Breithorn von Zermatt, ebenda, 60, 1929; 50 Jahre Bergsteiger, 1934; etc.
L.: R. Werner, Dr. F. R., in: ÖAZ 59, 1937, S. 293 f.; E. Pichl, Wiens Bergsteigertum, 1927, s. Reg.; Berchtesgadener Alpen, 1950, S. 99 f.; K. Maix, Berge – ewiges Abenteuer, ( 1966), s. Reg.; K. Ziak, Der Mensch und die Berge, Neuaufl. 1981, s. Reg.; Grundwald, n. 3492.
(R. Hösch)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 42, 1985), S. 161
<=  S. 1 =>
<=  S. 1 =>