Robert, Richard; früher Robert Spitzer (1861-1924), Musikpädagoge und Musikkritiker

Robert Richard, Musikpädagoge und -kritiker. * Wien, 25. 3. 1861; † Kaltenleutgeben (NÖ), 1. 2. 1924. Hieß bis 1920 Robert Spitzer; stud. 1877–79 am Konservatorium der Ges. der Musikfreunde in Wien bei J. Epstein, Krenn und Bruckner (alle s. d.) und wirkte zuerst als Theaterkapellmeister und Pianist, wandte sich aber dann der Musikkritik (Korrespondent bzw. Musikreferent mehrerer in- und ausländ. Ztg. und Z., 1885–91 Red. der „Musikalischen Rundschau“), vor allem aber der Lehrtätigkeit zu. 1909 übernahm er auf kurze Zeit die Leitung des Neuen Konservatoriums für Musik in Wien. R. bildete danach privat als äußerst erfolgreicher und einfühlsamer Musikpädagoge eine große Zahl von Pianisten, Komponisten und Kapellmeistern aus, die internationale Anerkennung fanden, darunter u. a. G. Szell, R. Serkin, C. Haskil, V. Schapira, A. Rosé und H. Gál. R. war ferner Präs. des Wr. Tonkünstlerver.; 1923 Verleihung des Prof.Titels. Er ist auch als Komponist von Liedern, Kammermusik und der Oper „Rhampsinit“ hervorgetreten.

L.: N. Fr. Pr., Wr. Ztg., Illustriertes Wr. Extrabl. und Neues Wr. Journal vom 4., Neues Wr. Tagbl. vom 4. und 5. 2. 1924; L. Feld, R. R., in: Das Zelt 1, 1924, S. 111 f.; Abert; Einstein; Eisenberg, 1893, Bd. 1; Kosel 1; Riemann, 11. Aufl.; Schmidl; Wininger; Enc. de la musique 3, (1961); J. Spycket, C. Haskil, (1977), S. 20 ff.; Mitt. Israelit. Kultusgemeinde, Wien; Niederösterr. Landesarchiv, Wien.
(I. Fuchs – H. Reitterer)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 42, 1985), S. 188
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