Robitschek, Robert (1874-[nach] 1937), Musikpädagoge und Komponist

Robitschek Robert, Musikpädagoge und Komponist. * Prag, 13. 12. 1874; † nach 1937. War am Prager Musikkonservatorium Kompositionsschüler von A. Dvořák (s. d.) und wirkte dann als Kapellmeister, zunächst am Prager Volkstheater, 1901–02 am Theater in Rudolstadt. 1902 kam R. als Kapellmeister an das Neue Kgl. Operntheater Berlin und leitete, auf Empfehlung von R. Strauss, bis 1904 das Berliner Tonkünstler-Orchester. Ab 1903 Leiter der Zweiganstalten des Berliner Klindworth-Scharwenka Konservatoriums, stand er ab 1905 an der Spitze von dessen Direktorium, 1917–37 alleiniger Dir. R. war für den Ausbau dieses angesehenen Musikinst. als Lehrer (u. a. Dirigieren und Komposition) wie als Organisator von außerordentlicher Bedeutung: In seiner Dion.Zeit erfolgten der Neubau des Konservatoriumsgebäudes, die Gründung der Opernschule und des Schülerorchesters, das unter seiner Leitung zu einem leistungsfähigen Klangkörper heranwuchs, sowie eine wesentliche Vermehrung des Lehrkörpers, dem u. a. der Pianist Ansorge und der Cellist Piatigorsky, kurze Zeit auch der Komponist und Dirigent E. Frh.v. Rezniček (s. d.) angehörten. Unter den zahlreichen, auch international erfolgreichen Absolventen der Anstalt (die Schülerzahl stieg von 391 im Jahre 1904 auf 1326 im Jahre 1919) sind der Bassist Kipnis und der Pianist Spiwakowski zu nennen.

W.: Minuetto für Orchester, op. 10; 5 Lieder, op. 15 und 16; etc. – Manuskripte: Ahasver (Oper); Klavierballade, Fis-Dur; Ouverture zu F. Grillparzers „Esther“; Rhapsodie für Violoncello und Orchester; Symphon. Variationen über ein Originalthema; Kammermusik; Lieder; etc.
L.: Einstein: Kosch, Theaterlex,: Müller: Riemann, Il. und 12. Aufl.: Schmidl: X. Scharwenka, Klänge aus meinem Leben, 1922, S. 124; H. Leichtentritt, Das Konservatorium der Musik Klindworth-Scharwenka Berlin 1881–1931, (1931). S. 17 ff.; O. Šourek, Život a dílo A. Dvořáka 4. 2. Aufl. 1957. S. 175; F. K. Prieberg, Musik im NS-Staat ( = Fischer-Taschenbuch 6901). 1982. S. 45.
(H. Reitterer)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 42, 1985), S. 191
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