Rode, Leon; früher Rosenzweig (1840-1914), Schriftsteller und Kaufmann

Rode Leon, Schriftsteller und Kaufmann. * Czernowitz (Černivci), 29. 7. 1840; † Wien, 10. 4. 1914. Hieß bis 1899 (?) Rosenzweig. Vater des Folgenden; trat 1854 als Lehrling in die seinem Vater gehörende Großhandelsfa. in Bukarest ein, unternahm in den 60er Jahren ausgedehnte Reisen nach Frankreich, England, Deutschland etc. und übernahm dann die Leitung des väterlichen Unternehmens. 1871 übersiedelte er nach Czernowitz, wo er ein Bankgeschäft gründete und ab 1874 dem Gemeinde- und Stadtschulrat angehörte. In der Jugend veröff. R. Lustspiele, später trat er als Verfasser von Novellen und Humoresken hervor, die vorerst in der „Bukowinaer Rundschau“ und in den „Bukowinaer Nachrichten“, deren Hrsg. er zeitweise war, dann ges. erschienen. Mitgl. der Czernowitzer Handels- und Gewerbekammer, als deren Vertreter er 1901–07 Reichsratsabg. (Dt. Fortschrittspartei) war. Seinen Lebensabend verbrachte R. als Privatmann in Wien.

W.: Dramat. Sprichwörter, 1864 (Lustspiele); Neue dramat. Sprichwörter, 1865 (Lustspiele); Um ein Kg.Reich und andere Geschichten, 1893; Die Urenkelin und andere Geschichten, 1897; Der Gouverneur und andere Geschichten ( = Jüd. National-Bibl. 70), 1898; etc.
L.: (meist unter Rosenzweig): Südostdt. Vierteljahresbll. 35, 1986. S. 110 ff.; Brümmer; Giebisch-Gugitz; Kosch; Kosch, Theaterlex.; Nagl-Zeidler-Castle 3–4, s. Reg.; A. Hinrichsen, Das literar. Deutschland, 1887, 2. Aufl. 1891; Wininger; Wr. Stadt- und Landesarchiv.
(H. Stanescu)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 43, 1986), S. 195
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