Rohrbacher, Josef (1817-1883), Fabrikant

Rohrbacher Josef, Fabrikant. * Hammern, Bez. Klattau (Hamry, Böhmen), 25. 2. 1817; † Wien-Ober St. Veit, 23. 12. 1883. Errichtete 1844 in Ober St. Veit eine kleine Wagnerwerkstätte, widmete sich dort hauptsächlich dem Bau von Postwagen und konstruierte schließlich eine eigene Pferdeomnibustype (zehnsitziger Wagen mit zwei Coupés), für die er ein Privilegium erhielt und die in Wien häufig eingesetzt wurde. 1853 konnte er in Ober St. Veit eine Fabrik erbauen lassen, 1872 dort eine Dampfmaschine und später zwei Dampfhämmer in Betrieb nehmen und seine Einrichtungen so ausbauen, daß das Unternehmen alle Wagenteile, auch Achsen und Federn, selbst herstellen konnte. Ab den 60er Jahren erhielt er umfangreiche Aufträge des k. u. k. Kriegsmin., wie zur Herstellung von Trainfuhrwerken, Sanitäts- und Feldspitalwagen, Fuhrwerken für Feldtelegraphen sowie von Material für Festungs-Feldbahnen. Er wurde auch Lieferant der rumän., serb. und bulgar. Armee. Weiters wurden in seiner Fabrik sämtliche Typen von Postwagen und auch Fahrzeuge für den k. Hof hergestellt. Nach seinem Tod führten seine Kinder Karoline, Julius und Karl R. die Fa. weiter. Durch R.s Initiative konnte sich aus einem bescheidenen Handwerksbetrieb eine Fabrik entwickeln, die zu den größten dieser Art in Wien zählte.

L.: Großind. Österr., Erg.Bd. 3, S. 347; 50 Jahre Wr. Arbeit, in: Wr. Kommunal-Kal. und Städt. Jb. 50, 1912, S. M 93; Hietzing. Ein Heimatbuch des 13. Wr. Gemeindebez. 2, 1932, S. 151 f.; Ch. Klusacek–K. Stimmer, Hietzing, ein Bez. im Grünen, 1977, S. 53, 208; Mitt. R. Krammer, Wien.
(J. Mentschl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 43, 1986), S. 215
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