Rohrbacher, Josef (1827-1899), Industrieller

Rohrbacher Josef, Industrieller. * Donnersdorf b. Radkersburg (Stmk.), 20. 2. 1827; † Mariazell (Stmk.), 29. 11. 1899. Bauernsohn; erlernte das Müllergewerbe, übersiedelte nach Mariazell und kaufte dort die Reichmühle. Er gründete in Mariazell eine Mehlniederlage, aus der sich das Kaufhaus R. entwickelte. Daneben baute er ein Großfuhrwerksunternehmen auf, das Kursfahrten zur Eisenbahn (bis Mürzzuschlag) durchführte. Nach Stilllegung der Eisenverarbeitung kaufte R. sehr günstig von der Alpine Montanges. die Werke Gollrad und Gußwerk sowie den Härtehammer, die Waldau und den Salzahammer; den Preis konnte er tw. mit dem erworbenen Schrott abdecken. Als jedoch die Wiederinbetriebnahme der Eisenverarbeitung scheiterte, richtete er in Gußwerk eine Pappefabrik ein, die – ein neuer Ind.-Zweig in dieser Gegend – aus Schleifholz Pappendeckel erzeugte. R. betrieb ein Sägewerk, errichtete in Gußwerk ein Elektrizitätswerk und kaufte, auch unter Anwendung wirtschaftlicher Druckmittel, Bauerngüter in Grunautal, in Gruben und Sommerau. R. war ein Unternehmer, der mit vollem persönlichen Einsatz, Geschick und Härte kapitalist. Wirtschaftsprinzipien in einer abgelegenen Alpengegend durchsetzte. Sein Sohn Engelbert R. ( * Mariazell, 6. 11. 1853; † ebenda, 17. 7. 1931) war als Großkaufmann, Hotelier und Industrieller tätig.

L.: M. Pichler, Geschichte der Gemeinde Gußwerk, 2. Aufl. 1976. s. Reg.; Mitt. W. Arzberger, Mariazell, Stmk.
(J. Mentschl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 43, 1986), S. 215
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