Rosanes, Jakob (1842-1922), Mathematiker

Rosanes Jakob, Mathematiker. * Brody (Galizien), 16. 8. 1842; † Breslau (Wrocław, Polen), 6. 1. 1922. Stud. 1860–65 zunächst Chemie, dann Mathematik an den Univ. Berlin (bei Kronecker) und Breslau (1865 Dr. phil.). 1870 Priv.Doz., 1873 ao. Prof., 1875–1911 o. Prof. für Mathematik an der Univ. Breslau, 1890/91 Dekan, 1903/04 Rektor. R., der schon sehr früh die vielseitig verwendbare Methode der Matrizenrechnung lehrte, beeinflußte dadurch die mathemat. Ausgestaltung der Heisenbergschen Ideen (1925). Er zählt – indirekt – zu den Förderern der Quantenmechanik („Ahnherr der Matrizier“). Die Veröff. R.’ betreffen Fragen der algebr. Geometrie und der Invariantentheorie, wie sie damals weithin gepflegt wurden; erwähnt sei auch seine Beschäftigung mit speziellen Kegelschnittproblemen.

W.: De polarium reciprocarum theoria observationes, 1865; Ueber das einem Kegelschnitte umbeschriebene und einem andern einbeschriebene Polygon, gem. mit M. Pasch, in: Journal für die reine und angewandte Mathematik . . . 64, 1865; Ueber die neuesten Untersuchungen in Betreff unserer Anschauung vom Raume, 1871 (Habil.Schrift); Über diejenigen rationalen Substitutionen, welche eine rationale Umkehrung zulassen, in: Journal für die reine und angewandte Mathematik . . . 73, 1871; Charakterist. Züge in der Entwicklung der Mathematik des 19. Jh., in: Jahresber. der Dt. Mathematiker-Vereinigung 13, 1904; etc.
L.: Jüd. Lex.; Poggendorff 3–5; Univ. Jew. Enc.; Wininger; M. Born, Mein Leben, (1975), s. Reg.; Dictionary of Scientific Biography, hrsg. von Ch. C. Gillispie, 11, 1975; C. Reid, R. Courant 1888–1972, 1979, s. Reg.
(A. Dick)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 43, 1986), S. 241
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