Rosenbaum, Josef Karl (1770-1829), Privatier

Rosenbaum Josef Karl, Privatier. * Wien, 5. 7. 1770; † Wien, 26. 12. 1829.  Sohn eines fürstlich esterház. Oberpflegers, Gatte der Sängerin Therese R. (s. d.); trat mit 15 Jahren in den Dienst des Fürsten N. Esterházy (s. d.). 1790 Praktikant in der Hauptbuchhaltung, 1793 Kanzlist, 1795 kontrollierender Stallrechnungsführer. 1797 kam er in dieser Eigenschaft nach Wien, mußte aber wegen seiner Heirat (1800) den Dienst quittieren und lebte in der Folge als Privatmann in Wien. Seine in Wien-Wieden ab 1816 angelegte, 1826 umgestaltete Gartenanlage galt als bes. Sehenswürdigkeit und wurde zu einem Zentrum des gesellschaftlichen Lebens. R. war ein intimer Freund Kornhäusels (s. d.) und J. Haydns, für dessen Biographie, darüber hinaus aber auch für die Wr. Theater- und Lokalgeschichte, seine 1797–1829 geführten, erst tw. veröff. Tagebücher von außerordentlicher Bedeutung sind. Anhänger der Gallschen Schädellehre, war R. 1809 Hauptbeteiligter am Raub des Haydnschen Schädels, der nach R.s Tod auf Umwegen 1895 in den Besitz der Ges. der Musikfreunde in Wien kam und erst 1954 mit den sterblichen Überresten des Komponisten in Eisenstadt wiedervereinigt wurde.

W.: Tagebücher, 11 Bde., Manuskript, Hss.Smlg., Österr. Nationalbibl., Wien, tw. hrsg. als: Die Tagebücher von J. C. R. 1770–1829, hrsg. von E. Radant ( = Das Haydn Jb. 5), (1968) (mit biograph. Einleitung).
L.: Die Presse vom 10. 4. 1866; N. Fr. Pr. vom 25.–27. 9. 1888; Neues Wr. Tagbl. vom 25. 8. 1939; V. Stöger, Die R.sche Gartenanlage auf der Wieden, in: Alt-Wien 6, 1897, S. 1 ff.; J. Tandler, Über den Schädel Haydns, in: Mitt. der Anthropolog. Ges. in Wien 39, 1909, S. 260 ff., 275 ff.; R. v. Kralik, Das R.sche Gartenbuch, in: Jb. für Landeskde. von NÖ, NF 13/14, 1915, S. 466 ff.; Groner (s. R.sche Gartenanlagen); F. C. Weidmann, Die R.sche Gartenanlage 1–2, 1824; C. F. Pohl–H. Botstiber, J. Haydn 1–3, 1878–1927, s. Reg.; A. v. Weilen, Das k. k. Hofburgtheater seit seiner Begründung 2 ( = Die Theater Wiens 2/2), 1906, s. Reg.; R. Wallaschek, Das k. k. Hofoperntheater ( = Die Theater Wiens 4), 1909; J. F. Castelli, Memoiren meines Lebens, hrsg. von J. Bindtner, 1–2 ( = Denkwürdigkeiten aus Altösterr. 9–10), (1913), s. Reg.; P. Tausig, Die Glanzzeit Badens, 1914, bes. S. 4 ff.; M. Zweig, Der Schaumburgergrund auf der Wieden, 1920, S. 28 ff.; H. Kaut, Wr. Gärten ( = Österr.-R. 264/266), (1964), S. 36 f.; H. Pemmer, Der Gräberhain im Schubertpark und der Währinger Ortsfriedhof, in: H. Pemmer, Schriften zur Heimatkde. Wiens ( = Wr. Schriften 29), (1969), S. 261 f.; Wr. Stadt- und Landesarchiv, Wien.
(H. Reitterer)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 43, 1986), S. 248f.
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