Rosenzweig von Schwannau, Vinzenz (1791-1865), Orientalist

Rosenzweig von Schwannau Vinzenz, Orientalist. * Znaim (Znojmo, Mähren), 1791; † Wien, 8. 12. 1865. Sohn eines Beamten; war nach seiner Ausbildung (1799–1808) an der Oriental. Akad. als Sprachknabe an der k. k. Internuntiatur in Konstantinopel (Istanbul) und auch anderweitig im österr. konsular. Dienst im Osman. Reich als Fachmann für oriental. Sprachen (Osman.-Türk., Pers. und Arab.) tätig. Ab 1813 wirkte er an der k. k. Agentie in der Walachei, 1817–47 als Prof. für oriental. Sprachen an der Oriental. Akad. in Wien. 1831 Hofsekretär. Die Themen von R.s wiss. Arbeiten galten den Literaturen des islam. Orients, vor allem der pers. Dichtung. Intensiv beschäftigte er sich mit dem pers. Klassiker ‛Abd ar-Rahmān Ğārnī und dessen myst. beeinflußten Dichtungen. Für die heutige orientalist. Forschung immer noch von einiger Bedeutung ist seine Textausg. und dt. Übers. des Diwans des pers.Lyrikers Šams ad-Dīn Muhammad Hāfiz. R. gehörte zu dem Kreis um den Orientalisten Hammer-Purgstall (s. d.), was in seinen Berr. zu den von Hammer-Purgstall hrsg. „Fundgruben des Orients“ Niederschlag fand. 1854 nob.

W.: Abhh. in Fachz. Hrsg. und Übers.: Joseph und Suleïcha . . . aus dem Pers. des Mewlana Abdurrahman Dschämi, 1824; Funkelnde Wandelsterne zum Lobe des Besten der Geschöpfe, 1824; Auswahl aus den Diwanen des größten myst. Dichters Persiens Mewlana Dschelaleddin Rumi, 1838; Der Diwan des großen lyr. Dichters Hafis, 3 Bde., 1858–64; etc.
L.: H. R. Roemer, Probleme der Hafizforschung und der Stand ihrer Lösung, in: Akad. der Wiss. und der Literatur. Abhh. der Kl. der Literatur, 1951, S. 100; Giebisch–Gugitz; Graeffer–Czikann; Kosch; Kosch, Kath. Deutschland; Nagl–Zeidler–Castle 2, s. Reg.; Wurzbach; V. Weiß v. Starkenfels, Die k. k. oriental. Akad. zu Wien . . ., 1839, S. 69 f.
(B.G. Fragner)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 43, 1986), S. 255f.
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