Rossi (del Rosso Rossi), Giacomo d. J. (1894-1944), Bühnenbildner

Rossi (del Rosso Rossi) Giacomo d. J., Bühnenbildner. * Triest, 17. 9. 1894; † Triest, 4. 9. 1944. Sohn des Vorigen; war zunächst Gehilfe seines Vaters; arbeitete mehr als 40 Jahre für das Teatro Comunale (Teatro Verdi) in Triest. Seine großen stilist. Kenntnisse und seinen Sinn für perspektiv. Wirkung und Farbgebung konnte er erst ab 1929 beweisen, als Bühnenbildner und -ausstatter der von Cecchelin neu gegründeten Compagnia La Ganga de le Mace (später La Triestinissima). Das Repertoire umfaßte 336 von Cecchelin geschriebene Komödien, die innerhalb von 15 Jahren in Szene gingen. Von vielen dieser Komödien existieren noch die Bühnenbilder (im Besitz der Compagnia La Contrada, Triest), die sich durch große Klarheit in Komposition und Zeichnung sowie lebhafte und leuchtende Farben auszeichnen. R. stattete Opern und Operetten aus, entwarf Dekorationen für Bälle und Kinosäle und arbeitete auch nach Entwürfen anderer, so z.B. nach solchen des Malers Cadorin. Er führte die Bühnenbilder aus für ein Berliner Gastspiel von Lehárs (s. d.) „Der Zarewitsch“, 1936, sowie für die Triester Erstauff. von Pirandellos „L’Abito nuovo“, 1938, nach Entwürfen Pompeis. 1941, auf dem Höhepunkt des Erfolges, schuf R. anläßlich eines Gastspieles der Compagnia d’Opera italiana in Holland Entwürfe und Bühnenbilder für Puccinis „Madame Butterfly“ und „La Bohème“ sowie Verdis „Aida“. Mit seinem Vater und seinem Sohn Mario R. († 1986), der lange Zeit die Bühnenwerkstätten des Teatro Verdi leitete, prägte er entscheidend die Theatergeschichte Triests.

W.: (Bühnenbilder): Iera una volta, L’avocato Strazacavei, Nino Verzibotega, Adesso comando mi, Filomena la Striga, El Sorzo, alle von A. Cecchelin, alle für die Compagnia La Ganga de le Mace, Triest; H. Mann, Madame Legros, Teatro Verdi, Triest; etc.
L.: Il Piccolo vom 1. 11. 1930 und 4. 9. 1944; Nieuwe Rotterdamsche Courant vom 10. 10. 1941; L. Grassi, Il Teatro di A. Cecchelin, 1975, S. 75; Archiv des Civico Mus. Teatrale di Fondazione Carlo Schmidl, Triest, Italien.
(R. Da Nova)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 43, 1986), S. 265f.
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