Rotenstreich (Rottenstreich), Ephraim Fischel (1882-1938), Wirtschaftspolitiker

Rotenstreich (Rottenstreich) Ephraim Fischel, Wirtschaftspolitiker. Geb. Kolomea (Kolomyja, Galizien), 28. 5. 1882; gest. Jerusalem, Juli 1938. Sohn eines Maklers; zunächst traditionell jüd. erzogen, besuchte er später das Gymn. und stud. 1904–08 an der Univ. Wien Philol., Psychol., Pädagogik und Phil. und hörte Vorlesungen über Nationalökonomie. 1909 Dr. phil. Bis 1918 lehrte er an verschiedenen Gymn. in Galizien, zuletzt am staatlichen Gymn. in Sambor. R. betätigte sich schon als Schüler im Sinne des Zionismus; 1918 stand er an der Spitze des jüd. Nationalrates des ukrain. Tl. von Galizien. Als Mitgl. des Senats der Republik Polen (1922–27) und als Abg. zum Sejm (1929) war er in deren Finanzund Wirtschaftsausschüssen tätig. Ab 1911 nahm er an allen Zionistenkongressen teil. 1935 wurde er in die Jewish Agency Executive gewählt und übernahm, ab demselben Jahr in Jerusalem lebend, die Leitung der Abt. für Handel und Ind. R. verfaßte zahlreiche Artikel über Wirtschaftsprobleme in hebr., jidd. und poln. Sprache.

L.: Jüd. Rundschau vom 12. 7. 1938; Y. Gruenbaum, E. F. R., in: Ha’olam, 1938, S. 862 f.; A. Brawer, Im R. b’neuraw’, ebenda, 1938, S. 864 f.; Enc. Hebr.; Enc. Jud.; T. und W. Rzepeccy, Sejm i Senat 1922–27, 1923, S. 416; Parlament Rzeczypospolitej Polskiej 1919–27, red. von H. Mościcki und W. Dzwonkowski, 1928, S. 315; D. Tidhar, Enc. le’Chalutzei Ha’Jishuv u’Bonav 3. 1949; Y. Gruenbaum, Penei ha-Dor 1, 1957, S. 295 ff.; Enc. of Zionism and Israel, hrsg. von R. Patai, 2, 1971.
(I. Philipp–L. Slutzky)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 43, 1986), S. 274
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