Rothaug, Alexander (1870-1946), Maler und Illustrator

Rothaug Alexander, Maler und Illustrator. * Wien, 13. 3. 1870; † Wien, 5. 3. 1946. Begann 1884 eine Lehre als Bildhauer, fühlte sich aber zum Maler bestimmt und stud. ab 1885 an der Wr. Akad. der bildenden Künste bei A. Eisenmenger, Griepenkerl, L. K. Müller (alle s. d.) und Rumpler. 1892 übersiedelte er nach München, wo er vor allem Naturstud. betrieb und als Illustrator für die „Münchener Fliegenden Blätter“ arbeitete. Stud.Reisen nach Italien, Spanien und Dalmatien folgten. 1910 stellte er zum ersten Mal in der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens aus, deren Mitgl. er 1911 wurde. 1913 erhielt er den Draschepreis. Als Maler der dt. Sagenwelt und vor allem der antiken Mythol. machte er sich früh einen guten Namen. Pathos und Heroismus prägen sein offenbar von Stucks Monumentalgemälden beeinflußtes Werk, in das er später romant. Naturdarstellungen einbrachte. Von seinen zahlreichen Buchillustrationen sind die zu Apulejus’ „Der Goldene Esel“, Sienkiewicz’ „Quo vadis?” und Bulwers’ „Die letzten Tage von Pompeji“ die bekanntesten. R. schuf einige Bühnenvorhänge, u. a. für Theater in Frankfurt a. Main, Graz, Nürnberg und Wien. Ausst.: Wien 1910 ff.

W.: Sündenfall, 1910/11 (Zyklus); Kassandra, 1911; Liebesklage, 1912; Bacchus und sein Gefolge, 1913/14 (Triptychon); Die Früchte des Meeres, 1930; Dido auf dem Scheiterhaufen, 1935 (Österr. Galerie, Wien); Pan und Psyche (Mus. Görlitz); Samsons Rache, Bacchantenzug (beide Privatbesitz, Wien); etc.
L.: Wr. Ztg. vom 30. 3. 1946; A. Roeßler, Ein dt. Kunstmeister. Kleine Rede auf den Maler A. R., in: Der getreue Eckart 12, 1934/35, S. 251 ff.; Bénézit; Jb. der Wr. Ges., 1929; Thieme–Becker; H. Fuchs, Die österr. Maler des 19. Jh. 3, 1973,Erg. Bd. 2, 1979; Kunst in Österr. 1918–38, Schloß Halbturn, 1984, S. 14, 132 (Kat.).
(F. Kaindl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 43, 1986), S. 283f.
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