Rotky, Karl (1829-1909), Botaniker und Beamter

Rotky Karl, Botaniker und Beamter. * Mnischek (Mníšek pod Brdý, Böhmen), 12. 5. 1829; † Villach (Kärnten), 13. 6. 1909. Nach Stud. am Polytechn. Inst. in Prag war er zunächst Off., dann bei der Finanzwache. R. verbrachte seine gesamte Dienstzeit in Tarvis und Villach. Durch Bekanntschaft mit Zwanziger angeregt, begann er sich ab 1881 mit Floristik zu beschäftigen, 1884 übernahm er die Leitung des botan. Gartens am Villacher Gymn., in welchem bis zu 500 alpine Pflanzensippen kultiviert wurden. Bes. in den westlichen Karawanken, der Karn. Hauptkette, den Gailtaler Alpen, den Afritzer Bergen und der Stangalmgruppe trieb R. florist. Stud., deren Ergebnisse er in Pachers (s. d.) „Nachträgen zur Flora von Kärnten“ (1894) veröff. 1888 entdeckte er im Bleiberger Tal eine für die Wiss. neue Wildrose, die nun seinen Namen (Rosa rotkyi Keller & Pacher) trägt. 1894 gelang ihm am Dobratsch der Erstnachweis der Glänzenden Edelraute (Artemisia nitida Bertol.) für Kärnten. Er beschäftigte sich auch mit Geol. und Paläontol., 1869 mit der Aufsmlg. von Pflanzenversteinerungen auf der Kronalpe in den Karn. Alpen. Ab 1899 leitete R. das Mus. der Stadt Villach, dessen Smlg. durch seine Tätigkeit stark vermehrt wurden und wo auch sein 1609 Spannbögen umfassendes Herbar aufbewahrt wird.

L.: Villacher Ztg. vom 20. 6. 1909; H. Sabidussi, Briefe von Botanikern, in: Carinthia II, 99, 1909, S. 140 f.; ders., K. R. †, ebenda, 99, 1909, S. 194 f.; W. Neumann, 90 Jahre Mus. der Stadt Villach, in: Neues aus Alt-Villach. Mus. der Stadt Villach. Jb. 1, 1964, S. 9, 15; H. Rippel, Das Herbar des Stadtmus. Villach, ebenda, 15, 1978, S. 167 ff.
(G. H. Leute)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 44, 1987), S. 291
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