Rubin, Salomon (1823-1910), Schriftsteller

Rubin Salomon, Schriftsteller. Geb. Dolina (Dolyna, Galizien), 3. 4. 1823; gest. Krakau (Kraków), 14. 2. 1910. War nach traditionell-jüd. Erziehung abwechselnd als Lehrer und Geschäftsmann in Galizien, Rumänien und Rußland tätig. Kam 1865 nach Wien, wo er u. a. zu A. Jellinek (s. d.) in freundschaftliche Beziehungen trat und zu den Mitbegründern des „Haschachar“ gehörte. 1868 Dr. phil. (Göttingen). 1870/71 war er Erzieher in Neapel, 1873–78 in Taganrog (Rußland), lebte dann wieder in Wien und ab 1895 ständig in Krakau. R. stellte die tief im Volkstum verankerten abergläub. Vorstellungen, die sich zu geheiligten Traditionen ausgebildet hatten, in den Mittelpunkt seiner Arbeiten. Er übertrug Gutzkows Drama „Uriel Acosta“ ins Hebr. (1857) und befaßte sich in der Folge mit den Schriften Spinozas. Unter dem Titel „More Newuchim he-Chadasch“ (Der neue Führer der Irrenden), 2 Bde., 1856–1857, veröff. er eine Auswahl aus Spinozas Werken. Er übers. auchSpinozas „Ethik“ ins Hebr. („Cheker Eloha im Torat ha-Adam“, 1885) und versah sie mit einer ausführlichen Einleitung und erklärenden Anmerkungen. R., einer der profiliertesten und fruchtbarsten Autoren der Aufklärungsepoche(Haskala), war bis ins hohe Alter fast ununterbrochen literar. tätig.

W.: Teschuwa Nizachat (Treffende Antwort), 1859; Spinoza und Maimonides, 1869; Heidentum und Kabbala, 1892; Agada und Kabbala, 1893; Hegjonej Spinoza (Die Logik Spinozas), 1897; Symbolik der Pflanzen, 1898; Dikduk Sefat Ewer, 1905; B. Spinoza, 1910; etc.
L.: Enc. Jud; Universal Jew. Enc.; Jüd. Lex.
(Sh. Spitzer)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 44, 1987), S. 310
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