Ruppert, Karl (1813-1881), Techniker

Ruppert Karl, Techniker. * Neckarelz, Baden-Württemberg (BRD), 13. 3. 1813; † Wien, 17. 2. 1881. Absolv. 1834 das Polytechnikum in Karlsruhe und war bis 1840 als Lehrer an einer Gewerbeschule tätig. Anschließend stand er als Ing. bei der bad. Wasser- und Straßenbaudion. in Verwendung. 1846 wurde er mit dem Referat Eisenbahnbau betraut. Unter seiner Ägide erfolgte die Umstellung der bad. Eisenbahnen von Breitspur auf Normalspur, der Umbau von eisernen Brücken nach einem von ihm entwickelten neuen System und die Weiterverwendung abgenützter Schienen nach Aufschweißung. Seine bedeutendsten Leistungen erbrachte er jedoch in Österr., wo er ab 1856 die Funktion eines Baudir. der Staatseisenbahnges. innehatte. Unter seiner Leitung wurde das sog. Ergänzungsnetz der Staatseisenbahnges. mit einem Bahnhof in Wien, der Donaubrücke bei Stadlau, dem Iglavaviadukt und dem Leskaviadukt bei Znaim (Znojmo) errichtet – Bauwerke, die damals höchste Anerkennung fanden. 1868 entwarf er das Projekt einer Überbrückung des Bosporus, wobei ihm eine Synthese von Ketten- und Bogenbrücke vorschwebte. 1874 i. R.

W.: Neues System für Eisen-Brücken grosser Spannweiten . . ., 1867.
L.: Enc. des gesamten Eisenbahnwesens, hrsg. von V. Röll, 6, 1894; Beschreibender Kat. des k. k. hist. Mus. der österr. Eisenbahnen, 1902, S. 326 ff.; VA Wien.
(P. Mechtler)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 44, 1987), S. 330
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