Ruttenstock, Jakob (Jakob) (1776-1844), Theologe

Ruttenstock Jakob (Jakob), Can. reg., Theologe. * Wien, 10. 2. 1776; † Klosterneuburg (NÖ), 22. 6. 1844. Sohn eines Maurers; absolv. 1792–95 die philosoph. Jgg. an der Univ. Wien und trat dann in das Augustiner Chorherrenstift Klosterneuburg ein; 1800 Profeß und Priesterweihe.Zunächst Kooperator an der Stiftspfarre, lehrte er ab 1804 als Prof. der Kirchengeschichte, ab 1805 auch des Kirchenrechts, an der theolog. Lehranstalt des Stiftes. 1806 Novizenmeister, 1811 Stiftspfarrer und Dir. der Stiftsschule,ab 1809 suppl., ab 1813 o. Prof. der Kirchengeschichte an der Univ. Wien. Die Wahl zum Propst des Stiftes, 1830, beendete seine erfolgreiche Univ.Karriere. R. war ab 1817 auch Zensor der theolog. Schriften; 1832–42 Dir. der Gymnasialstud. und Referent der Stud.-Hofkomm., trug er viel zur Verbesserung des Gymnasialunterrichts bei. R., einer der bedeutendsten Pröpste des Stiftes Klosterneuburg, konnte dank kluger Wirtschaftsführung dessenFinanzen sanieren und den unvollendeten Neubau 1834–42 durch Kornhäusel (s. d.) zu einem künstler. befriedigenden Abschluß bringen. 1832 Reg.Rat., 1833 Dr. theol. h.c. der Univ. Wien, 1838/39 Rektor.

W.: Predigt am Feste der Himmelfahrt Christi . . ., 1819; Institutiones historiae ecclesiasticae N. T., 3 Bde., 1832–34; Predigt bei Gelegenheit der priesterlichen Jubelfeier des . . . Herrn M. Zwinger . . ., 1835; Predigten; etc.
L.: Oesterr. Bll. für Literatur und Kunst vom 18. 9. 1844; Allg. Theaterztg. . . . vom 9. 11. 1844; H. Jäger-Sunstenau, J. v. Sonnenfels . . . und seine Verwandtschaft, in: Genealog. Jb. 10, 1970, S. 14; L. Streit, Das Chorherrenstift Klosterneuburg unter dem Propste J. R. (1830–44), in: Jb. des Stiftes Klosterneuburg, NF 8, 1973, S. 57 ff.; ADB; Graeffer-Czikann; Kosch, Kath. Deutschland; Wurzbach; Neuer Nekrolog der Dt. 22, 1846, S. 483 ff.; Realis, Curiositäten- und Memorabilien-Lex. von Wien 2, 1846; A. Wappler, Geschichte der theolog. Fac. der k. k. Univ. zu Wien, 1884, S. 266 f., 447; B. O. Černík, Die Schriftsteller der noch bestehenden Augustiner-Chorherrenstifte Österr. . . ., 1905, S. 234 ff.; W. Pauker, Die Roesnerkinder, 1915, s. Reg.; L. F. Streit, Das Chorherrenstift Klosterneuburg unter dem Propste J. R. (1830–44), kath.-theolog. Diss. Wien, 1969; F. Röhrig, Klosterneuburg ( = Wr. Geschichtsbücher 11), (1972), S. 87 f.; S. Mitterstöger, Zum vormärzlichenGymnasialstud. Wesen Österr. Aus den Archivalien des . . . J. R . . ., phil. Diss. Wien, 1979; H. Engelbrecht, Geschichte des österr. Bildungswesens 3, (1984), S. 257 f.; UA Wien.
(F. Röhrig)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 44, 1987), S. 340
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