Sachsen-Coburg und Gotha, Ferdinand August Georg Prinz von (1785-1851), Feldmarschalleutnant

Sachsen-Coburg und Gotha Ferdinand August Georg Prinz von, General. * Coburg, Bayern (BRD), 28. 3. 1785; † Wien, 27. 8. 1851. Großvater des Folgenden; schon 1791 zum Unterlt. im (Prinz S.-C-Saalfeld) Dragonerrgt. 6 ernannt, rückte er 1796 zum Oblt., 1798 zum Rtm. vor und wurde 1802 zum Chevauxlegersrgt. Fürst Rosenberg übersetzt, in dessen Verband er seine militär. Laufbahn erst wirklich begann; 1804 Mjr., 1808 Obst. des Husarenrgt. 3. 1809 beim III. Armeekorps eingeteilt, rettete er bei der Schlacht von Eggmühl (22. 4.) die eigene Art., wofür ihm 1810 das Ritterkreuz des Militär-Maria Theresien-Ordens zuerkannt wurde. Die polit. Verhältnisse veranlaßten ihn, 1811 mit dem Charakter eines GM aus dem effektiven Stand des k. Heeres zu treten, sich aber 1813 unter dem Namen Gf. v. Sorbenberg als Kmdt. einer Reiterbrig. wieder einreihen zu lassen. Für seinen hervorragenden Anteil am erfolgreichen Verlauf der Schlacht bei Kulm (30. 8. 1813) erhielt er 1815 das Kommandeurkreuz des Militär-Maria Theresien-Ordens. Nach der Schlacht bei Leipzig wieder unter dem eigenen Namen kämpfend, zeichnete er sich 1814 bei der Erstürmung des verschanzten Postens von Hochheim a. Main und später durch die unter schwierigsten Bedingungen bewerkstelligte Zerstörung der feindlichen Gewehrfabrik zu St. Etienne im Raum von Lyon aus. 1815 befehligte er eine Kav.Brig. bei der österr. Reservearmee, wurde 1822 Inhaber des Ulanenrgt. 2, 1824 FML und Divisionär in Wien, 1828 Inhaber des Husarenrgt. 8. Ab 1830 beurlaubt, ab 1831 i. R., wurde er aber noch 1841 zum Gen. d. Kav. ernannt. Er war ab 1816 mit Maria Antonia (1797–1868), der Erbtochter von F. Fürst Koháry, verheiratet. Er veranlaßte die Erbauung des Palais Coburg in Wien, war Stifter des Prinz Ferdinand Coburgschen sowie Erbe des gräflich Koháryschen Fideikomisses, beide in Ungarn und NÖ gelegen. Sein ältester Sohn wurde als Ferdinand II. (1816–85) Kg. von Portugal, sein Enkel als Ferdinand I. (1861–1948) Kg. von Bulgarien.

L.: Die Gefechte bei Kulm am 29. und 30. 8. 1813, in: Streffleur 4, 1863, Bd. 4, S. 153ff.; ADB (s. Ferdinand G. A., Prinz v. S.-Koburg-Saalfeld); Alten (s. unter Koháry); Hirtenfeld; Wurzbach (s. Coburg-Kohary Herzog v. S. F. G. A. und s. unter Koháry Franz Joseph Fürst); G. Amon v. Treuenfest, Geschichte des k. u. k. Bukowina’-schen Dragoner Rgt. G. d. C. Frh. Piret de Bihain 9, 1892, S. 265ff.; ders., Geschichte des k. u. k. Hußaren-Rgt. 3, 1898, S. 258 f.; Schwarzenberg-Uhlanen 1790–1887, hrsg. von O. Gf. Kielmansegg, 1899, S. 208; A. v. Wrede, Geschichte der k. u. k. Wehrmacht 3/1, 1901, S. 271, 325; E. v. Woinovich, Kulm,Leipzig, Hanau 1813 ( = 1813–15. Österr. in den Befreiungskriegen 3), 1911; J. Knodt, Ferdinand der Bulgare, 1947, S. 132; E. Keerl, Herzog Ernst v. Sachsen-Coburg zwischen Napoleon und Metternich, (1973), S. 116; R. Priesner, Herzog Carl Eduard zwischen Deutschland und England, (1977), S. 247f., 258; KA Wien.
(E. Wohlgemuth)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 44, 1987), S. 370f.
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