Salkind, Alexander (1887-1940), Journalist und Schriftsteller

Salkind Alexander, Journalist und Schriftsteller. *Wien, 29. 3. 1887; † KZ Dachau, Bayern (BRD), 4. 9. 1940. Sohn des Journalisten Leo S., der 1883 Gründungsmitgl. des Verbandes der auswärtigen Presse, dann deren Präs. und Ehrenpräs. war; stud. 1905–09 Jus an der Univ. Wien, 1910 Dr. jur. 1909–12 Gerichtspraxis in Wien, zugleich Journalist. Tätigkeit. Ab 1912 war S. polit. Red. des „Fremden-Blatts“, 1914 Hrsg. der Z. „Albanien“, die mit Beginn des Ersten Weltkrieges eingestellt wurde. Während des Krieges leitete er einen zentralen Nachrichtendienst für die im Elbemühlverlag erscheinenden Tagesztg. „Fremden-Blatt“, „Extra-Blatt“, „Wiener Allgemeine Zeitung“ und „Wiener Mittags-Zeitung“. 1916–20 war er Chefred. der „Wiener Mittags-Zeitung“. 1920 wurde S. Chefred. der „Wiener Montags-Presse“ (vormals „Wiener Montags-Journal“), die er im August 1921 in die „Fremden-Presse. Organ für und über das Ausland“ umwandelte. Ab 1922 erschien die „Fremden-Presse“, deren Eigentümer, Verleger und zumeist auch Hrsg. und Chefred. S. bis 1938 war, in der von ihm gegründeten Verlagsges. Dr. A. S. & Cie. In der letzten Nummer der „Fremden-Presse“ im März 1938 sprach sich S. vehement gegen den Anschluß Österr. an das Dt. Reich aus. Er war führendes Mitgl. zahlreicher Ver., so etwa ab 1910 im Verband der auswärtigen Presse. S. war auch Korrespondent namhafter ausländ. Ztg. („Nieuwe Rotterdamsche Courant“, „Utrechtsch Dagblad“, „Politiken“). Seine Journalist. Leistung wird in zahlreichen Ztg.Artikeln, die von polit. und kulturellem Weitblick zeugen, deutlich.

W.: A. Schnitzler. Eine krit. Stud. über seine hervorragendsten Werke, 1907; Die Russ. Reichsduma, ihre Geschäftsordnung . . ., 1909; Mandlbogen, Typen und Bilder aus Wien . . ., (1918); Schober (= Die Reihe 1), (1930); Die Wr. Polizei, 1935; Renner (= Die Reihe 2), o. J.; zahlreiche Beitrr. in Z. und Ztg.; etc.
L.: N. Fr. Pr. vom 18. 5. 1920; Jb. der Wr. Ges., 1929; Literar. Silhouetten, hrsg. von H. Voss und B. Volger, 3. Ausg. 1908; E. Back, Nachtrag, in: A. S., Schober ( = Die Reihe 1), (1930), S. 30ff.; Österreicher 1918–34, 1935, S. 306; I. Hartl, Das „Fremdenblatt“. Ein Beitr. zur österr. Pressegeschichte, phil. Diss. Wien, 1949, S. 18, 27; A. Staudinger, Zur „Österreich“-ldeol. des Ständestaates, in: Das Juliabkommen von 1936 (= Veröff. der wiss. Komm. des Theodor-Körner-Stiftungsfonds 4), 1977, S. 228; P. Eppel, „Concordia soll ihr Name sein . . .“. 125 Jahre Journalisten- und Schriftstellerver. „Concordia“, 1984, S. 240. – Leo S.: Eisenberg, 1893, Bd. 1.
(M. Schmidt)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 45, 1988), S. 389
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