Schaller, Ludwig (1804-1865), Bildhauer

Schaller Ludwig, Bildhauer. * Wien, 13. 10. 1804; † München (BRD), 29. 4. 1865. Sohn des Malers Anton F. S. (s. d.), Bruder des Malers Eduard S., Neffe des Vorigen; stud. ab 1819 an der Wr. Akad. der bildenden Künste bei J. Kässmann (s. d.) und bei seinem Onkel Johann Nep. S. (s. d.) Bildhauerei. 1828 ging S. nach München, wo er bei L. Schwanthaler und Leeb arbeitete. Unter der Leitung Schwanthalers wirkte S. an der Ausschmückung der Alten Pinakothek und des Festsaalbaues der Münchner Residenz mit. Als sein Hauptwerk gilt die Herderstatue in Weimar; Zeichnungen von ihmbefinden sich u. a. im Augustiner-Chorherrenstift St. Florian (OÖ). Der Stil seiner Arbeiten wird durch seine Schulung im klasš. Geist an der Wr. Akad. und die nazaren. Einflüsse seines Onkels, aber auch durch die romanţ. Kunst Schwanthalers bestimmt.

W.: Madonna mit Kind, 1843 (Grabmal des Kreishptm. Stolberg-Stolberg, Anifer Friedhof, Salzburg); Herderdenkmal, 1846–50 (Bronze, Weimar, DDR); etc.
L.: ADB; Bénézit; Kosch. Kath. Deutschland; Müller-Singer; Nagler; Seubert; Thieme-Becker; Wurzbach; S. Krasa-Florian, J. Nep. Schaller 1777–1842, (1977), s. Reg.; dies., in: Wien 1815–48. Bürgersinn und Aufbegehren, hrsg. von R. Waissenberger, 1986, S. 205 f.; dies., in: Die Kunstsmlg, des Augustiner-Chorherrenstiftes St. Florian, red. von M. Vyoral-Tschapka und Th. Brückler ( = Österr. Kunsttopographie 48), (1988), S. 252.
(S. Krasa-Florian)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 46, 1990), S. 35
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