Scheimpflug, Karl (1856-1944), Fachschriftsteller und Beamter

Scheimpflug Karl, Fachschriftsteller und Beamter. * Wien, 18. 7. 1856; † Wien, 7. 1. 1944. Sohn eines Bankdir.; Bruder des Folgenden; stud. Jus an den Univ. Leipzig (1874/75) und Wien (1875–77), 1879 Dr. jur. Nach der Advokaten- und der Finanzprokuraturprüfung war er 1879–81 als Beamter der Finanzprokuratur in Wien tätig. In dieser Zeit erstellte er die Richtlinien für die Verkehrsbesteuerung der Effektenbörsen. Ab 1881 war S. an der Finanzlandesdion. in Sarajevo, 1883 an der Finanzprokuratur in Prag, 1893 an jener in Innsbruck. 1894 wurde er in das Ackerbaumin. berufen, aus dem er 1902 als Sektionsrat ausschied. Nach dem Tod seines Bruders verwaltete er dessen Nachlaß. S., der dem Kreis um Vogelsang angehörte, übernahm 1903 die Leitung der sozialwiss. Sektion der Leo-Ges. Er verfaßte zahlreiche, vor allem das Finanz- und Agrarrecht betreffende Publ.

W.: Zur Reform der Österr. Börsenverkehrs-Steuer, 1881; Ueber das Recht der Arbeit, 1888; Über die socialpolit. Bedeutung des Clearing, 1892; Die österr. Regierungs vorlagen betreffend die Errichtung von Berufs-Genossenschaften der Landwirthe und die Errichtung von Ren tengütern, 1895; Recht und Wirtschaft, 1906; etc. – Nach laß, Wr. Stadt- und Landesarchiv, Wien.
L.: Rathaus-Korrespondenz vom 4. 1. 1969; L. Krebs, in: Jb. der Österr. Leo-Ges., 1933, S. 205f.; Die Fackel, s. Reg.; Jb. der Wr. Ges., 1929; Kosch, Kath. Deutschland; Kosel 1; Kürschner, Gel.Kal., 1925–35; F. M. Novotny, Die Vorarbeiter der Enzyklika Rerum Novarum, phil. Diss. Wien, 1954, s. Reg.; R. Knoll, Zur Tradition der christlichsozialen Partei ( = Stud. zur Geschichte der Österr.-ung. Monarchie 13), 1973, s. Reg.
(G. Wichart)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 46, 1990), S. 65
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