Schenk, Alois David (1839-1901), Komponist und Seelsorger

Schenk Alois David, Komponist und Seelsorger. * Kaltern (Südtirol), 4. 10. 1839; † Klausen (Südtirol), 28. 3. 1901. Stud. Theol. in Innsbruck, Brixen und Trient, 1862 Priesterweihe, war danach Kooperator in Girlan (1863), Unterinn (1864), Kastelruth (1866) und Chorkaplan in Bozen (1868), 1874–79 Ordinariatssekretär in Trient. Dort leitete er auch den Kirchenchor von St. Markus nach den kirchenmusikal. Reformideen des Cäcilianismus, in die ihn A. v. Mairl (s. d.) eingeführt hatte. S. war 1862 mit A. Rieder (s. d.) und F. Schöpf in Bozen-Gries maßgeblich an der Gründung des Cäcilienver. beteiligt und später langjähriger Sekretär bzw. Präses von verschiedenen Zweigen dieses Ver. Er setzte sich nachhaltig für die Wiederbelebung der Kirchenmusik im Sinne der Reform, selbst bei kleinsten Landchören, ein und initiierte Ver.Versmlg., auf denen er Musiker und Klerus prakt, und theoret. von den notwendigen Reformen überzeugte. Nach der Übernahme der Expositur Signat 1881 kehrte S. 1884 wieder als Chorkaplan nach Bozen zurück. 1888 Stadtpfarrer und Dekan von Klausen, führte er dort eine gründliche stilgerechte Kirchenrenovierung durch und erhielt die Ehrenbürgerschaft. Während seines letzten Lebensjahrzehnts gehörte S. dem Tiroler Landtag an. Er war auch journalist., bes. für das „Tiroler Volksblatt“, tätig.

W.: Antiphonen; Hymnen; Lieder; Litaneien; Miserere; Motetten; Requiem; Te Deum; etc. – Publ.: Stellung und Pflicht des Klerus gegenüber der Kirchenmusik, 1873; 2 wichtige Fragen der kirchenmusikal. Reform, 2. Aufl. 1877; Welche Musik ist kirchlich?, in: Der Kunstfreund, NF4, 1888; Dr. S. J. Mayrhofer . . ., 1899; etc.
L.: (Neue) Tiroler Stimmen vom 15. 3. 1867, 19. 12. 1868, 29. 3. 1901 und 7. 5. 1902; Andreas Hofer vom 30. 6. 1881; Bote für Tirol und Vorarlberg vom 29., Tiroler Volksbl. vom 30. 3. und 5. 4. 1901; Weissenbäck: Wurzbach (s. unter Schenk Karl): U. Kornmüller, Lex. der kirchlichen Tonkunst 2. 2. Aufl. 1895.
(H. Herrmann-Schneider)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 46, 1990), S. 77f.
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