Schiefthaler, Franz (1860-1914), Architekt

Schiefthaler Franz, Architekt. * Rosenthal (Rožmitál na Šumave, Böhmen), 1. 10. 1860; † Linz, 10. 12. 1914. Stud. nach dem Besuch der Oberrealschule in Budweis (České Budějovice) 1878–83 an der Techn. Hochschule in Wien (2. Staatsprüfung 1884) und 1883–85 bei Friedrich v. Schmidt an der Wr. Akad. der bildenden Künste; danach war S. im Privatatelier Schmidts, 1885–89 und 1894 auch im Hofbauamt von Gödöllő tätig. 1889 als Lehrer für die bautechn. Fächer an die Allg. Staats-Handwerkerschule in Linz berufen, wurde er später deren Dir. Als Konservator der Zentral-Komm. für Erforschung und Erhaltung der Kunst- und hist. Denkmale wirkte er als Gutachter bei vielen Denkmalpflegevorhaben mit. Von seiner Ausbildung her der Neugotik verpflichtet, gelangte S., der auch malte, zu einer Spätform des Historismus, die schon sezessionist. Dekorationselemente aufweist. Er gestaltete Wohnhäuser und kirchliche Bauten ebenso wie Möbel und Innenräume.

W.: Ausmalung des Waffensaales im Mus. Franciso-Carolinum, 1892 (Linz); Villa Enderlein, 1892 (Traun); Magazingebäude Kaffeerösterei H. F. Tscherne, 1894 (Linz); Projekt für Mus. Budweis, 1895; Badeanstalt, 1895 (Steyr); Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, 1906–09 (Rosenthal); usw.
L.: Wr. Ztg. vom 12. 12. 1914 (Abendausg.); (1.–18.) Jahres-Ber. der k. k. allg. Staats-Handwerkerschule in Linz 1889/90–1906/07, 1890–1907; (1.–4.) Jahresber. der k. k. Staats-Gewerbeschule 1907/08–1910/11, 1908–11; Krackowizer; A. Cechner, Topographie der hist. und Kunst-Denkmale in Böhmen von der Urzeit bis zur Mitte des 19. Jh. 42, 1929, S. 137, 188, 205, 404.
(G. Wacha)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 47, 1991), S. 113
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