Schimonsky-Schimony, Emanuel von (1752-1832), Bischof

Schimonsky-Schimony Emanuel von, Bischof. * Schloß Brzeznitz bei Lubowiz, preuß. Schlesien (Łubowice, Polen), 23. 7. 1752; † Breslau (Wrocław, Polen), 27. 12. 1832. Sohn des Karl Joseph v. S., Erbherrn von Brzeznitz, Sudoll und Wyssoka, Landrat des Kr.Ratibor (Racibórz) und Landschaftsdir.; 1771 Kanonikus in Neisse (Nysa), stud. er 1771 bis zu seiner Priesterweihe 1775 als Alumne des Collegium Germanicum in Rom. Im gleichen Jahr wurde er Pfarrer in Lohnau, fürstbischöflicher Kommissar und Erzpriester am Breslauer Kreuzstift, 1793 Domkapitular (1805 Domdekan), 1795 Generalvikar, 1797 Weihbischof in Breslau (und Tit.Bischof von Lerus), als welcher S., der ein Gegner des Univ.Stud. der Theologen war, 1798 das Stud. der Theol. im Alumnat einführte. Mit den für die kath. Kirche in Schlesien einschneidenden Maßnahmen der preuß. Regierung, vor allem mit der Säkularisation (1810), konfrontiert, stand er in heftigem Gegensatz zum Oberpräs. Schlesiens, Friedrich Theodor von Merckel, der die Idee des Staatskirchentums vertrat. Das nach der Säkularisation 1812 staatlich, aber ohne päpstliche Zustimmung errichtete Interimskapitel wählte S. 1817 zum Kapitularvikar. Diese Stellung behielt S. in der Übergangszeit bis zur Neuordnung der kirchlichen Verhältnisse Preußens durch die Bulle „De salute animarum“ (1821) bei. 1821 blieb nicht nur der Besitzstand des Bistums im wesentlichen gewahrt, sondern dieses gewann das oberschles. Ind.Gebiet und einen Tl. der Lausitz hinzu. 1823 zum Fürstbischof gewählt und 1824 inthronisiert, konnte S. zwar ohne Schwierigkeit die Bistumsinstitutionen einrichten – so etwa 1831 ein neues Domkapitel –, doch erwies er sich der schwierigen Lage seines Sprengels, vor allem hinsichtlich der Lage in der theolog. Fak. und der Priesterausbildung nicht gewachsen. Gegenüber der seit 1824 im schles. Klerus aufbrechenden, von den Gebrüdern Anton und Augustin Theiner vorgetragenen Forderung nach Änderung auf dem Gebiet der kirchlichen Disziplin (Zölibat des Weltklerus) und der Forderung nach liturg. Reformen – einige Pfarrer hatten die Muttersprache selbständig in der Liturgie eingeführt–, die von allg. kirchlichen Normen abwichen, wurde S. zwar nicht von den Provinzialbehörden, wohl aber von der preuß. Regierung unterstützt.

W.: Merkwürdiges Umlaufschreiben des Fürstbischofs von Breslau an die gesammte Diöcesan-Geistlichkeit, 1827; etc.
L.: H. Hoffmann, in: Z. des Ver. für Geschichte Schlesiens 75, 1941, S. 166ff.; Gatz, Bischöfe: F. X. Seppelt, Geschichte des Bistums Breslau, 1929, S. 93ff.; E. Kleineidam, Die kath.-theolog. Fak. der Univ. Breslau 1811–1945, S. 33, 81, 166; Geschichte des Breslauer Domkapitels im Rahmen der Diözesangeschichte vom Beginn des 19. Jh. bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges, hrsg. von K. Engelbert, 1964, s. Reg.; W. Marschall, Geschichte des Bistums Breslau, 1980, s. Reg.
(E. Gatz)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 47, 1991), S. 142f.
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