Schindler, Johann (1822-1893), Bildhauer

Schindler Johann, Bildhauer. * Taschendorf (Tošovice, österr. Schlesien), 15. 5. 1822; † Wien, 2. 7. 1893; evang. Bekenntnis; stud. an der Wr. Akad. der bildenden Künste und war in den 50er Jahren als Mitarbeiter Franz Schönthalers tätig, nach dessen Entwürfen er unter anderem das Chorgestühl der Kathedrale von Gran (Esztergom, Ungarn) dekorierte, und dem er – obwohl inzwischen selbständig – noch bei den Arbeiten an der Wr. Hofoper tw. unterstellt war. Später arbeitete S. auch wiederholt mit dem Bildhauer Rudolf v. Weyr zusammen. Bei allen bedeutenden Ringstraßenbauten einschlägig beschäftigt, etablierte sich S. bald als einer der begabtesten Spezialisten des Ornament- und Dekorationsfachs in Wien und zählt als solcher zu den wichtigen Trägern der späthistorist. Entwicklung. Bekannt wurde er auch durch den Entwurf für den Sarg der Erzhgn. Sophie, 1872, und das Modell des Weltausst.-Geländes, 1873, ferner durch die Mitarbeit am Makart-Festzug 1879, sowie die Mitarbeit am Kronprinzenschrank, 1881 (Österr. Mus. für angewandte Kunst, Wien).

L.: Die Presse und N. Fr. Pr. von 3. 7. 1893 (Abendausg.); Bénézit; Eisenberg, 1893, Bd. 1; Thieme-Becker; Wurzbach (s. unter Schindler Karl Georg); H.–Ch. Hoffmann – W. Krause – W. Kitlitschka, Das Wr. Opernhaus ( = Die Wr. Ringstr. 8/1), 1972, S. 126, 128f., 253, 307; W. Krause, Die Plastik der Wr. Ringstraße ( = Die Wr. Ringstraße 9/3), 1980, S. 150. 224.
(W. Krause)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 47, 1991), S. 152
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