Schiviz von Schivizhoffen, Ludwig (1859-1939), Genealoge und Verwaltungsbeamter

Schiviz von Schivizhoffen Ludwig, Verwaltungsbeamter und Genealoge. * Agram (Zagreb), 8. 5. 1859; † Laibach (Ljubljana), 28. 8. 1939. Sohn eines Statthaltereirats; beendete seine in Laibach begonnenen, in Venedig und 1876–78 am Theresianum in Wien fortgesetzten Gymnasialstud. 1879 in Görz und stud. 1879–83 Jus an der Univ. Graz, 1883 Staatsprüfung. Trat noch im selben Jahr in den Konzeptsdienst der Landesregierung von Krain und leistete in der Folge Dienst an mehreren Bez.Hauptmannschaften, so 1886/87 in Adelsberg (Postojna), 1887–89 in Rudolfswert (Novo mesto), 1889/90 in Krainburg (Kranj), 1890–96 in Gurkfeld (Videm-Krško), zuletzt 1896–1900 als provisor. Bez.Koär in Tschernembl (Črnomelj), wegen eines Augenleidens ab 1900 frühzeitig i. R. S. konnte sich nun ganz der Geneal., für die er schon vorher Interesse gezeigt hatte, widmen und begann mit der Anlage umfangreicher Exzerpte aus Pfarrmatriken. Zu ihnen gehörten auch 1905 angelegte Auszüge aus den Matriken aller Konfessionen in Kairo, die er aber an Lord Roseberry verkaufte und dadurch unveröff. ließ. In seinen letzten Lebensjahren, als die dt. Behörden den Nachweis der Abstammung forderten, war er oftmals bei der Beschaffung von Urkunden aus Slowenien verdienstvoll behilflich. Dennoch starb er mittellos und vergessen. S. schuf mit seinen Arbeiten einzigartige Materialsmlgg. zur Personen- und Sozialgeschichte, die vielfach noch heute herangezogen werden.

W.: Der Adel in den Matriken der Grafschaft Görz und Gradiska. 1904; Der Adel in den Matriken des Herzogtums Krain, 1905; Der Adel in den Matriken der Stadt Graz, 1909; S. v. S., in: Wr. genealog. Taschenbuch 1, 1926; zahlreiche Nachrufe in dt. und fremdsprachigen Ztg.; Selbstbiographie, Manuskript, Archiv des SBL, Ljubljana, Jugoslawien.
L.: (J. Polec), in: Slovenec vom 8. 5. 1934; ders., in: Glasnik Muzejskega društva za Slovėnija 22, 1941, S. 77; SBL; Mitt. M. Rybář, Ljubljana, Jugoslawien.
(H. Jäger-Sunstenau)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 47, 1991), S. 166
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