Schlager, Marcellinus (Josef) (1829-1910), Theologe

Schlager Marcellinus (Josef), Can. reg., Theologe. * Poliau (Stmk.), 18. 3. 1829; † Graz, 8. 6. 1910. Sohn einer Magd; nach seinem Eintritt in das Augustiner-Chorherrenstift Vorau (l847) und der Ablegung der Profeß (1851) wurde er noch im gleichen Jahr zum Priester geweiht. 1854–55 Kaplan der Stiftspfarre Dechantskirchen (Stmk.), wurde er in der Folge als Kaplan, Bibliothekar und Gastmeister in das Stift zurückbeordert. Stud. Theol. an der Univ. Graz, 1856 Dr. theol., 1857 o. Prof. der Moraltheol. an der Univ. Graz. Vorübergehend suppl. er ab 1863 durch drei Semester auch die Lehrkanzel für Pastoraltheol. 1866/67, 1870/71 und 1892/93 Rektor, bekleidete er auch mehrmals die Würde eines Dekans der theolog. Fak. Nach mehr als 40jähriger Tätigkeit 1900 emer., verstarb er als Stiftssenior, Jubelpriester und Fürstbischöflicher Konsistorialrat. Seine unentschlossene Haltung gegenüber den nationalradikalen Studentenvertretern bot den Zeitgenossen Anlaß zu Kritik.

W.: Über Patriotismus im Allg. vom Standpunkte der christlichen Moral, 1893; zahlreiche Beitrr. in der Theolog.-prakt. Quartalschrift.
L.: Wr. Ztg., N. Fr. Pr. und Grazer Volksbl. vom 9., RP und Das Vaterland vom 10., Grazer Tagbl. vom 21. 6. 1910; A. Rathofer, Das Chorherrenstift Vorau in Stmk., 1882, S. 43; F. v. Krones, Geschichte der Karl Franzens-Univ. Graz, 1886, s. Reg.; B. O. Černík, Die Schriftsteller der noch bestehenden Augustiner-Chorherrenstifte Österr., 1905, S. 328; P. Frank, Das Chorherrenstift Vorau . . ., 1925, s. Reg.; M. Liebmann, in: Tradition und Herausforderung. 400 Jahre Univ. Graz, hrsg. von K. Freisitzer und W. Höflechner, 1985, S. 160, 162; Stadtarchiv Graz.
(F. Hutz)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 47, 1991), S. 169
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