Schlesinger, Karl (1813-1871), Violoncellist

Schlesinger Karl, Violoncellist. Geb. Wien, 19. 8. 1813; gest. ebenda, 18. 1. 1871. Bruder der Therese S., Frau von Johann Gabriel Seidl, Großneffe des Violinisten und Komponisten Martin S. (s. d.); erhielt ab dem neunten Lebensjahr Violin-, ab dem zwölften Violoncellounterricht. 1837 war er Solist im Orchester des Theaters a. d. Wien, 1838–45 des Pester Nationaltheaters. Nach Wien zurückgekehrt, wurde S. 1846 Mitgl. des Hofopernorchesters, 1850 Solocellist der Wr. Philharmoniker (1868 i. R.). Von der Gründung 1849 bis Ende 1855 war er Cellist des Hellmesberger-Quartetts. Er lehrte auch ab 1851 als Ass., ab 1853 (Nachfolger von Merk, s. d.) als Prof. am Konservatorium der Ges. der Musikfreunde in Wien. S. war ab 1845 Exspektant, ab 1858 Mitgl. der k. k. Hofkapelle; 1854 wurde ihm der Titel eines k. k. Kammervirtuosen verliehen. S., der als Solist und als Kammermusiker in zahlreichen Konzerten auftrat, zählte zu den bedeutenden Repräsentanten des Wr. Musiklebens des zweiten Drittels des 19. Jh.s.

L.: Allg. Theaterztg. vom 4. 2. 1837; Bll. für Theater, Musik u. Kunst 17, 1871, S. 28; Th. Antonicek, in: Stud. zur Musikwiss. 29, 1978, S. 190; Bernsdorf-Schladebach; Fétis; Wurzbach; C. F. Pohl, Die Ges. der Musikfreunde des österr. K. Staates und ihr Conservatorium, 1871, S. 128; W. J. v. Wasielewski, Das Violoncell und seine Geschichte, 2. Aufl., hrsg. von W. v. Wasielewski, 1911, S. 163; R. v. Perger – R. Hirschfeld, Geschichte der k. k. Ges. der Musikfreunde in Wien 1, 1912, S. 81, 99, 106, 123, 324; Wr. Philharmoniker 1842–1942. Statistik, 1942, S. 121; R. M. Prosl, Die Hellmesberger, 1947, S. 58ff.; Mitt. H. Svoboda, Wien.
(I. Fuchs)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 48, 1992), S. 193
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