Schlossar (Schlosar, Šlosar), Viktor (Martin) (1793-1854), Abt

Schlossar (Schlosar, Šlosar) Viktor (Martin), OSB, Abt. Geb. Drahotusch, Mähren (Drahotuše, Tschechoslowakei), 28. 10. 1793; gest. Großraigern, Mähren (Rajhrad, Tschechoslowakei), 19. 11. 1854. Sohn eines Landarbeiters; nach dem Gymnasialbesuch in Kremsier (Kroměříž) 1807–12 und den philosoph. Jgg. am Lyzeum in Olmütz (Olomouc) 1813/14 trat er 1814 in das Benediktinerstift Raigern (Rajhrad) ein. Er stud. Theol. 1816–1819 an der theolog. Lehranstalt Brünn (Brno), leistete 1817 die Profeß und wurde nach seiner Priesterweihe 1819 zunächst Kooperator in Raigern. 1820 Administrator in Schlapanitz (Šlapanice), wirkte er gleichzeitig als Novizenmeister, ab 1821 auch als äbtlicher Sekretär, Archivar und Bibliothekar, ab 1828 als Küchenpräfekt. S., der 1832 zum Abt gewählt wurde, war als Reformer um klösterliche Disziplin bemüht. Er verfaßte zeitgemäße Statuten, erweiterte das Klostergebäude, legte eine Münzen- und Gemäldesmlg. an – so erwarb er zahlreiche Bilder des Malers Joseph Zeleny, mit dem er befreundet war – und ordnete Archiv und Bibl. neu. Die Klosterannalen schrieb er während seiner Regentschaft selbst. 1854 fungierte er als Mitvisitator Kardinal Schwarzenbergs für die Augustinereremiten im Zuge der von Rom angeordneten Ordensvisitation inÖsterr.

L.: E. Meissner, in: Bohemia. Jb. des Collegium Carolinum 19, 1978, S. 92ff., 114ff.; Wurzbach; B. Dudik, Geschichte des Benediktiner-Stiftes Raygern im Markgrafthume Mähren 2, 1868, S. 470f.; S. Brunner, Ein Benediktinerbuch, (1880), S. 366f.; M. Kinter, Vitae monachorum qui ab anno 1613 in monasterio O. S. B. Raihradensi in Moravia professi in Domino obierunt, 1908, S. 104ff.
(A. K. Huber)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 48, 1992), S. 218
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