Schlumpf, Sigmund Franz Joseph (1819-1842), Schriftsteller

Schlumpf Sigmund Franz Joseph, Schriftsteller. Geb. Waidring (Tirol), 8. 1. 1819; gest. Padua, Venetien (Padova, Italien), 26. 5. 1842. Sohn des Joseph S. (geb. Klosterwald, Hohenzollern-Sigmaringen/Wald, Deutschland, 30. 8. 1779; gest. Waidring, 22. 4. 1850), der, als Kind nach Innsbruck gekommen, 1797– 1809 am Tiroler Freiheitskampf sowie an den Operationen 1813 teilgenommen hatte und seit 1814 im Zollgrenzdienst tätig war. In Erl bei Kufstein, wohin sein Vater versetzt worden war, freundete sich S. als Kind mit dem ungefähr gleichaltrigen A. Pichler (s. Pichler v. Rautenkar) an. S. stud. 1837–39 Med. an der Univ. Wien. Aus Gesundheitsgründen wechselte er nach Padua, wo er 1839–42 als Stipendiat der k. Regierung in Innsbruck an der Univ. Med., 1841/42 Augenheilkde. stud. Aus S.s Nachlaß veröff. Pichler insgesamt neun Ged. in seiner für den Tiroler Vormärz wichtigen Smlg. „Frühlieder aus Tirol“ (1846); einige dieser Ged. publ. Pichler, der als einziger das Andenken des Jugendfreundes pflegte, auch an anderen Stellen. Pichlers Äußerungen liegen allen anderen Berr. über den epigonalen Lyriker zugrunde. Der Nachlaß, der noch 1887 in Pichlers Händen war, scheint verloren.

L.: Nagl-Zeidler-Castle 3, S. 452; Wurzbach (s. unter Schlumpf Josef, fälschlich S. Simon); A. Pichler, Zur Tiroler Literatur ( = ders., Ges. Werke 12), 1908, S. 155ff.; UA Wien und UA Padova, Italien; Mitt. V. Giormani, Padova, Italien.
(S. P. Scheichl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 48, 1992), S. 223f.
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