Schmidt-Renner, Franz (1851-1942), Schauspieler und Regisseur

— -Renner Franz, Schmidt-R., Schauspieler und Regisseur. Geb. Braunseifen, Mähren (Ryžoviště, Tschechien), 1. 9. 1851; gest. Linz (OÖ), 29. 4. 1942. Nach einer Sattlerlehre kam der junge Handwerker nach Brünn (Brno), dessen Theaterleben ihn so fesselte, daß er sich der Bühne zuwandte. So bereiste er ab Ende der 60er Jahre als Mitgl. fahrender Schauspielertruppen Provinzbühnen v. a. der Österr.-ung. Monarchie und entwickelte sich in Volksstücken, Possen und Singspielen sowie in entsprechenden Operettenrollen zum Charakterkomiker. Erste größere Erfolge hatte er in Innsbruck (1888–89); es folgten Engagements in Marburg (Maribor), Salzburg, Ödenburg (Sopron) und 1893–97 am Stadttheater in Baden (NÖ) – während dieser Jahre trat er auch auf Wr. Bühnen auf –, danach in Wr. Neustadt (NÖ). 1898–1931 (letztes Auftreten 1935) war S. am Landestheater in Linz engagiert, wo er als Charakterkomiker in vielen Operetten von Strauß bis Lehár brillierte (etwa als Ko-Ko in Gilbert & Sullivans „Der Mikado“), aber auch im Schauspiel, u. a. in der Rolle des alten Gobbo in Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“, als Rappelkopf in Raimunds „Der Alpenkönig und der Menschenfeind“ oder als Steinklopferhanns in Anzengrubers „Die Kreuzelschreiber“, überzeugte. S. bewährte sich auch als Regisseur.

L.: Tages-Post (Linz) vom 29. 8. 1941 (mit Bildern) und 1. 5. 1942; Dt. Bühnen-Jb. 54, 1943, S. 75; Eisenberg, Bühnenlex.; Kosch, Theaterlex.; H. Wimmer, Das Linzer Landestheater 1803–1958, 1958, s. Reg. (mit Bildern); H. Partisch, Österreicher aus sudetendt. Stamme 2 ( = Wiss. R. 7), 1964, S. 145; Theateralmanache.
(G. Ludwig)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 49, 1993), S. 307f.
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