Schmit (Schmidt), Heinrich (1809-1862), Violoncellist und Musiklehrer

Schmit — Heinrich (Schmidt), Violoncellist und Musiklehrer. Geb. Karlsbad, Böhmen (Karlovy Vary, Tschechoslowakei), 18. 3. 1809; gest. Prag, Böhmen (Praha, Tschechoslowakei), 14. 10. 1862. Sohn des Orchesterdir. und Instrumentenbauers Johann S. (s. unten); besuchte nach erstem Musikunterricht beim Vater 1822–28 das Prager Musikkonservatorium, wo u. a. der Cellist Johann Bapt. Hüttner sein Lehrer war. Für 1829 ist ein Konzert in Karlsbad mit seinen Brüdern Karl (geb. Karlsbad, 30. 3. 1807, später Musikdir. in Teplitz, Böhmen/Teplice, Tschechoslowakei) und Joseph S. nachgewiesen. Durch Gf. Gudowitsch kam S. nach Moskau; dort war er Mitgl. von Privatkapellen, 1839–60 1. Violoncellist des Bolschoitheaters. Er wirkte auch als Cellist in Streichquartetten mit, gab sehr gut rezensierte Solokonzerte und trat auf seinen Konzertreisen auch in Wien auf. Der Cellist Karl J. Dawydow war in jungen Jahren sein Schüler. 1861 kehrte S. nach Prag zurück und wurde Prof. am Prager Musikkonservatorium sowie Mitgl. des Mildner-Quartetts (s. Mildner). – Sein Vater Johann S. (geb. Schneidmühl, Böhmen/Pila, Tschechoslowakei, 6. 9. 1776; gest. Karlsbad, 12. 10. 1853) trat bereits mit elf Jahren eine Kunstreise an, die ihn nach Hamburg führte. Nach vierjährigem Studienaufenthalt in Hannover gründete er 1806 in Karlsbad ein Orchester, das er bis 1835 leitete. Mit dieser „Schmitschen Kapelle“, dem Grundstock des Karlsbader Kurorchesters, setzte das eigentliche musikal. Leben der Stadt ein. S. befaßte sich ab 1819 auch mit dem Bau von Streichinstrumenten aller Art und stellte ca. 250 Exemplare her; seine Geigen wurden 1828 von Paganini gelobt und empfohlen.

W.: Chant sans paroles für Violoncello, 1862; usw.
L.: Bohemia vom 16. Wr. Ztg. von 17. 10. 1862; Dalibor 5, 1862, S. 240; Černušák – Štědroň – Nováček (s. Schmidt H.); Wurzbach; J. Branberger, Konservatoř hudby v Praze, 1911, S. 102f., 353; W. J. v. Wasielewski, Das Violoncell und seine Geschichte, 3. Aufl., hrsg. von W. v. Wasielewski, 1925, S. 228; M. Kaufmann, Musik und Musiker ( = Karlsbader Heimatbücher 4), 1927, S. 24; L. Ginzburg, Istorija violončelnogo iskusstva 2, 1950, S. 153; ders., K. J. Davydov, 1950, S. 5, 44f.; B. Urie, Čeští violoncellisté (XVIII.-XX. století), 1946, s. Reg., bes. S. 65; Egerländer Biograf. Lex. . . ., bearb. und hrsg. von J. Weinmann, 2, (1987); Mitt. G. Marinelli-König, Wien, und H. Linhartová, Praha, Tschechoslowakei. – Johann S.: M. Kaufmann, Musik und Musiker ( = Karlsbader Heimatbücher 4), 1927, s. Reg.; V. Karell, Musikstadt Karlsbad, in: Jb. der Egerländer 13, 1966, S. 70; Egerländer Biograf. Lex. . . ., bearb. und hrsg. von J. Weinmann, 2, (1987) (s. Schmitt J.).
(J. Ludvová - H. Reitterer)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 48, 1992), S. 268f.
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