Schmid, Josef (1817-1880), Kommunalpolitiker

Schmid, — Josef Kommunalpolitiker. Geb. Haugsdorf (NÖ), 5. 6. 1817; gest. Wien, 16. 10. 1880. Sohn eines Fleischhauers, Grundrichters und Wr. Gemeinderats; stud. 1839–41 an der Bergakad. inSchemnitz (Banská Štiavnica), aus der er 1841, auf Gesuch seines Vaters, als Bergeleve ausschied. Anschließend im Bergund Hüttenwesen tätig, arbeitete er zuletzt als Werkmeister in den Rothschildschen Werken in Mähr.-Ostrau (Ostrava). 1855 übersiedelte S. nach Wien, wo er sich als Hausbesitzer und Privatier ganz der Kommunalpolitik widmete: 1861 nach heftigen Auseinandersetzungen mit den Klerikalen in den Wr. Gemeinderat gewählt und 1862 auch dessen Schriftführer, legte er noch 1862 sein Mandat zurück und wirkte bis 1870 als Bez.Vorsteher des VIII. Bez. Anschließend zog er wiederum in den Gemeinderat ein und behielt dieses Mandat bis zu seinem Tod. Er gehörte dem Wr. Bürgerver. an und zählte zur liberalen Mitte, wobei sein Arbeitsbereich bes. in den Ausschüssen und Kommissionen lag.

L.: N. Fr. Pr. vom 12. 3. 1879; Wr. Ztg. vom 18. 10. 1880 (Abendausgabe); C. Felder, Erinnerungen eines Wr. Bürgermeisters, hrsg. vonf. Czeike (1964), S. 135; G. M. Hahnkamper, Der Wr. Gemeinderat zwischen 1861 und 1864, 2, phil. Diss. Wien, 1973; B. Fiala, Der Wr. Gemeinderat in den Jahren 1879–83 . . ., phil, Diss. Wien, 1974; Štátny ústredný banský archiv (Zentrales Staatsarchiv für Bergwesen), Banská Štiavnica, Tschechoslowakei; Wr. Stadt- und LA, Wien.
(U. Cutka)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 48, 1992), S. 275f.
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