Schmutzler, Leopold (1864-1940), Maler

Schmutzler Leopold, Maler. Geb. Mies, Böhmen (Stříbro, Tschechien), 29. 3. 1864; gest. München, Bayern (Deutschland), 20. 6. 1940. Sohn eines Sattlermeisters und Gastwirts. S., der bei seinem mus. und Zeichner. begabten Vater ersten Zeichenunterricht erhielt, sollte die Marinemusikschule in Pola (Pula) besuchen, wurde aber wegen einer Augenschwäche zurückgestellt. Daraufhin ging er nach Wien und stud. hier 1880–82 an der Akad. der bildenden Künste bei Griepenkerl (s. d.). Ab 1882 bildete sich S. an der Akad. der bildenden Künste in München bei Otto Seitz weiter (1883 Silberne Medaille). Ab 1885 arbeitete er als freischaffender Künstler, so z. B. für die Z. „Über Land und Meer“. Als der künstler. Erfolg etwas nachließ, kehrte S. nach Mies zurück, übersiedelte aber 1895 wieder nach München, wo er einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte, so z. B. mit seinem Bild der Schauspielerin Lili Marberg als „Salome“. Sein Œuvre umfaßt neben Porträts von Schauspielerinnen und span. Tänzerinnen auch Bildnisse von Mitgl. des bayer. Königshauses. S., der Mitgl. der Münchner Künstlergenossenschaft war, stellte seine Werke u. a. 1927 in New York und 1929 in Mies aus.

W.: Menuett, 1893; Salome (Landesgalerie, Budapest); Damenbildnis (Städt. Galerie, Nürnberg); Der Erstgeborene; usw.
L.: Sudetendt. Monatshe., 1941, S. 221; Bénézit; Egerländer Biograf. Lex.; Fuchs, 19. Jh.; Thieme-Becker; Toman; f. v. Boetticher, Malerwerke des 19. Jh. 2/2, 1898 (mit tw. Werksverzeichnis); H. Partisch, Österreicher aus sudetendt. Stamme 1 ( = Wissenschaftl. R. 5), 1961, S. 54; G. Träger, Das Kunstschaffen der Egerländer im 20. Jh. 2, Marktredwitz 1984, S. 44 (Kat.).
(Ch. Gruber)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 49, 1993), S. 351f.
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