Schnabl (Schnabel), Friedrich (Jacob Johann) (1842-1917), Techniker und Geschäftsmann

Schnabl (Schnabel) Friedrich (Jacob Johann), Techniker und Geschäftsmann. Geb. Proßnitz, Mähren (Prostějov, Tschechien), 14. 3. 1842; gest. Triest, Küstenland (Trieste, Italien), 22. 10. 1917. Sohn eines Kaufmanns. Kam in jungen Jahren nach Triest, wo er sich techn. Arbeiten, speziell dem Schiffsbau, zuwandte und vorerst auf der Werft „Cantiere navale Adriatico“, später auf der „Cantiere San Marco“ als Ing. tätig war. Nach dem Verlust der rechten Hand bei einem Arbeitsunfall widmete er sich mehr theoret. techn. Stud. und galt bald als anerkannter Fachmann auf dem allg. techn. industriellen sowie schiffahrtskundl. Sektor und speziell als Experte des Dampfmaschinen- und Verkehrswesens usw. 1877 begründete er in Triest die Fa. „Schnabl e Co.“ als techn. Beratungsbüro, Vertretung der Eisenhütten und Maschinenfabriken, die daneben aber auch ein Lager verschiedener Materialien unterhielt, wie Zement, Rohre, Schienen, Landmaschinen, Gasmotoren, Baumaterial usw. 1901 zog er sich zwar von den Geschäften zurück, die Fa. blieb aber als „Franc e Kranz, già Schnabl e Co. succ.“ weiter bestehen. S. fungierte auch als Mitgl. des Verwaltungsrats der „Società metallurgica triestina in azioni“ sowie als Rat der „Società per azioni d’illuminazione a gas di Pola“ und besorgte gem. mit Elia Florio die Einstufung der Schiffe für das „Ufficio del Lloyd’s Register of british and foreign Shipping“. Bis zu seinem Tod stand er zudem der Schiffahrtsges. „Società generale di navigazione Gerolimich e Co.“ als Präs. vor. 1882 widmete er sich mit großem Einsatz der Vorbereitung der zum Gedenken der 500jährigen Zugehörigkeit Triests zum Habsburgerreich veranstalteten Ausst. und gehörte auch der Huldigungsabordnung anläßl. des Kaiserbesuches dort an. Als Förderer der Naturwiss., speziell der Landwirtschaft, war er Vorstandsmitgl. der „Società Adriatica di Scienze Naturali di Trieste“ und Vizepräs. der „Società Agraria di Trieste“; zu den bedeutenden Familien Kupelwieser und Ritter v. Záhony stand er in verwandtschaftl. Beziehungen. S. erwarb sich sowohl als Berater in techn. Belangen als auch mit den von ihm vertriebenen Artikeln seiner Fa. Anerkennung im In- und Ausland, insbes. in maritimen Kreisen.

W.: Bemerkungen zum Kostenüberschlage über die Fahrbarmachung der Trebichgrotte, in: Bollettino della Società Adriatica di Scienze Naturali in Trieste 5, 1879.
L.: Osservatore Triestino und Triester Tagbl. vom 23., RP vom 28. 10. 1917; Bollettino della Società Adriatica di Scienze Naturali in Trieste 27/2, 1921, S. 61; Guida generale per Trieste, il Goriziano, l’Istria, Fiume e la Dalmazia, 1899, S. 330, 340, 359; Archivio di Stato di Trieste, Trieste, Italien.
(U. Cova)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 49, 1993), S. 354f.
<=  S. 1 =>
<=  S. 1 =>