Schnée, (Karl) Emil (1836-1906), Balneologe

Schnée (Karl) Emil, Mediziner. Geb. Popen b. Mitau, Rußland (Jelgava, Lettland), 5. 5. 1836; gest. Frankfurt a. Main, Preußen (Deutschland), 26. 1. 1906. Sohn eines Gutsbesitzers; evang. AB. Stud. ab 1856 an der Univ. Zürich Med. und wurde dort 1860 zum Dr. med. et chir. prom. sowie Mag. obstet., nach Ablegung des zweiten Rigorosums 1863 an der Univ. Prag neuerl. Dr. med. Anschließend praktizierte er als Arzt in Karlsbad (Karlovy Vary), wo er sich neben der Heilwirkung des Karlsbader Wassers v. a. der Erforschung der dort u. a. behandelten Zuckerkrankheit widmete. Bekannt wurde S. jedoch v. a. durch die Entwicklung des nach ihm benannten Elektr. Vierzellenbades, mit dem er durch die Verbindung der Wirkung des Karlsbader Wassers mit der des elektr. Stromes in zahlreichen Fällen, bei denen andere Kurmethoden versagt hatten, Heilung oder Besserung erzielen konnte. Über die vier in je einer Armbzw. Beinwanne befindl. Extremitäten vermochte er mit seinem Apparat den Strom in 50 mögl. Kombinationen durch den Körper zu leiten. Das dabei verwendete Thermalwasser reicherte er zusätzl. u. a. durch die Beigabe von Karlsbader Salz an. Mit dieser Behandlung ersetzte er die dort gebrauch! Badekur, unterstützte sie aber durch die übliche Trinkkur. Seine 1896–1902 an fast 40.000 Anwendungen und deren Wirkungsweise gewonnenen Erfahrungen sowie das Wesen seines – später weithin verbreitenen – Verfahrens stellte er in einer umfassenden Publ. vor.

W.: Zwei Fälle als Beitr. zur Kenntniss der Reflex-Epilepsie mit mikroskop. Untersuchung der erregenden Nervenparthie, 1860, Neuausg. 1861; Die Zuckerharnruhr. Ihre Ursache und dauernde Heilung, 1888, 3. Aufl. 1894; Meine Erfahrungen mit dem „Elektr. Vier-Zellen-Bad“, o. J.; usw.
L.: Prager Medizin. Ws. 31, 1906, S. 67; Biograph. Jb. 11, 1908, Sp. 59 (Totenliste). (F. Hillbrand-Grill)
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 49, 1993), S. 361
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