Schnehen, Max(imilian) Karl Hugo Frh. von (1864-1931), Feldmarschalleutnant

Schnehen Max(imilian) Karl Hugo Frh. von, General. Geb. Salzburg (Sbg.), 4. 5. 1864; gest. ebenda, 9. 6. 1931. Entstammte dem im 18. Jh. nach Österr. gekommenen Zweig einer niedersächs. Uradelsfamilie, dessen Vertreter durch Generationen dem Off.Stand angehörten; Sohn des Mjr. und Kämmerers Ernst Stephan Josef Frh. v. S. (1823–90) und der Sternkreuzordensdame Albertine Barbara, geb. Freiin v. Tinti (1833–1914), Bruder des Folgenden. Wurde nach Besuch des Untergymn. in Salzburg sowie der Militäroberrealschule in Mähr.-Weißkirchen (Hranice) und der Kadettenschule in Innsbruck 1881 zum Tiroler Jägerrgt. assentiert, 1882 Tit.Feldwebel, 1884 Lt., 1888 Oblt, 1895 Rtm., 1896 Hptm. im Gen.Stab, 1901 Mjr., 1906 Obstlt, 1909 Obst., 1914 GM, 1917 FML und trat 1918 i. R. S. diente ab 1882 beim IR 42, ab 1883 beim Dragonerrgt. 6, kommandierte 1888/89 die Off.Bildungsschule in Brünn (Brno) und wurde dann dem 10. Korps zugeteilt. 1890– 92 absolv. er die Kriegsschule in Wien, war anschließend bis 1895 dem Gen.Stab der 15. Kav.Brig., dann der 8. Inf.Truppendiv., ab 1896 dem Gen.Stabskorps, ab 1897 der Gen.Stabsabt. des 7. Korps und ab 1899 dem Dragonerrgt. 13 zugeteilt. 1901 Gen.Stabschef der 8. Kav.Brig. und 1907 beim Dragonerrgt. 7, kommandierte er 1908–13 das Dragonerrgt. 1, ab 1913 die 1. Kav.Brig., mit der er 1914 nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs an der Ostfront zum Einsatz kam, wo ihm 1915 das Kmdo. der 8. Kav.Truppendiv. übertragen wurde. 1916 verwundet und in der Folge frontdienstuntaugl., übernahm er 1917 die Leitung der Zivilverwaltung in Skutari (Shkodër), wo er bis zur Räumung des Landes 1918 wirkte. S. zog sich dann nach Salzburg zurück, blieb aber stets den militär. sowie reitsportl. Belangen verbunden und beteiligte sich an fast allen Veranstal tungen der Traditionsverbände und später des Bundesheeres der Ersten Republik. In seinem Haus empfing er nicht nur zahlrei che Militärs, sondern auch kirchl. Wür denträger und Schriftsteller. 1898 heira tete er Felizitas (Fay) Maria Benziger (geb. New York, N. Y./USA, 25. 3. 1872; gest. Wien, 16. 10. 1946), Tochter eines dt.-Schweizer Verlegers und der Bertha Gfn. Sarnthein. Sein einziger Sohn Detlef Maximilian Frh. v. S. (geb. Temeswar, Banat/Timişoara, Rumänien, 23. 3. 1899; gest. Motta di Livenza, Italien, 17. 6. 1918) starb als Fähnrich d. Res. an den Folgen einer an der Piavefront erlittenen Verwundung. S., der mehrere Ausz. ver liehen bekam und 1888 zum Kämmerer ernannt wurde, erhielt 1910 den Frh.Titel seiner Familie auch in Österr. bestätigt und war Ehrenmitgl. des Kavalleristen bundes. Im Frieden hatte er es in Böhmen verstanden, nationale Spannungen auszugleichen, im Ersten Weltkrieg sich mehrfach bei Fronteinsätzen und in Albanien bewährt.

L.: Wr. Salonbl. vom 22. 7. 1910 (mit Bild); Sahburger Volksbl. und Salzburger Chronik vom 9. 6., RP vom 11. 6. 1931; ÖWZ vom 12. 6. 1931; H. und H. W. Frh. v. Schnehen, Familiengeschichte der Herren und Frh. v. S. 1200–1977, 1977, S. 93ff., 96f. (Detlef Frh. v. S.). 136ff.; KA Wien.
(F. Hillbrand-Grill)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 49, 1993), S. 367f.
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