Schneider von Manns-Au, Josef (1865-1945), Feldmarschalleutnant

Schneider von Manns-Au Josef, General. Geb. Graz (Stmk.), 2. 2. 1865; gest. ebenda, 3. 2. 1945. Urenkel des seiner Verdienste in den Franzosenkriegen wegen 1838 nob. Anton S. v. M. (geb. Bleiswedel, Böhmen/Blíževedly, Tschechien, 10. 1. 1775; gest. Graz, 3. 1. 1847), Sohn eines Hilfsämterdir. Besuchte nach Absolv. der Militärunterrealschule in Güns (Kőszeg) sowie der Militäroberrealschule in Mähr. Weißkirchen (Hranice) ab 1882 die Theresian. Militärakad. in Wr. Neustadt, wurde 1885 als Lt. zum IR 49 ausgemustert, 1889 Oblt., 1893 Hptm., 1900 Mjr., 1904 Obstlt., 1907 Obst., 1912 GM, 1915 FML, trat 1919 i.R. und erhielt 1940 mit Wirkung von 1939 den Charakter eines Gen. der Inf. 1888–90 in der Kriegsschule in Wien, wurde er dann dem Gen.Stab sowie der 16. Inf.Truppendiv. in Hermannstadt (Sibiu) zugeteilt. Ab 1893 gehörte er def. dem Gen.Stabskorps an und fand Verwendung im Büro für operative und bes. Gen.Stabsarbeiten, worauf er, 1899 wieder zum Truppendienst überstellt, das Kmdo. über eine Feldkomp. des IR 31 übernahm. Ab 1900 wirkte er als Lehrer für Strategie und Kriegsgeschichte an der Kriegsschule, übernahm 1905 das Kmdo. über das 4. Feldbaon. im Tiroler Kaiserrgt. 1, fungierte ab 1906 als Gen.-Stabschef des 14. Korps in Innsbruck, kommandierte ab 1907 das IR 102 und ab 1912 die 5. Inf.Brig., mit der er 1914 an die russ. Front zog. Zu Beginn des Jahres 1915 übernahm er das Kmdo. über die 24., im Oktober desselben Jahres über die 28. Inf.Div. am italien. Kriegsschauplatz. Mit seiner Einheit zu Beginn des Jahres 1917 dem 23. Korps unterstellt und im Hudilog-Abschnitt eingesetzt, erhielt er im Verlauf der 10. Isonzoschlacht das Kmdo. über die gesamte an die Adria anschließende Front und zur Durchführung seiner Aufgaben auch die 16. Inf.Div. sowie die 60. Inf.Brig. unterstellt. Er konnte in der Folge die strateg. wichtige Flondarstellung zurückerobern und damit die von Italien angestrebte Eroberung von Triest verhindern. Wenige Monate vor Kriegsende zum Kmdt. des 9. Korps bestellt, wurde er im Zuge einer dem dt. Bundesgenossen gewährten Unterstützung nach Straßburg (Strasbourg) beordert, erhielt aber keinen Befehlsbereich mehr zugewiesen. Die Zeit seines Ruhestandes verlebte er in Graz, wo er eine Malschule einzurichten versuchte, was er aber seiner angegriffenen Gesundheit wegen bald wieder aufgeben mußte. Für seine Verdienste an der Isonzofront 1917 erhielt er 1921 das Ritterkreuz des Militär-Maria Theresien-Ordens zuerkannt. – Nachlaß, KA Wien.

L.: Hofmann–Hubka (mit Bild); Svoboda 2, S. 780, 3, S. 108; Österr.-Ungarns letzter Krieg 1914–18, 1–7, 1931–38, bes. 6, 1936, s. Reg.; KA Wien.
(E. Wohlgemuth)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 50, 1994), S. 389f.
<=  S. 1 =>
<=  S. 1 =>