Schneider, Wilhelm (1864-1935), Maler

Schneider Wilhelm, Maler. Geb. Karlsbad, Böhmen (Karlovy Vary, Tschechien), 29. 5. 1864; gest. ebenda, 23. 1. 1935. Sohn eines Karlsbader Kanzlisten, Vater von Oswald (s. d.), Josef und Max S. (beide s. unten). Stud. ab 1880 an der Akad. der bildenden Künste in München bei Alexander Strähuber und Karl v. Piloty, weitere Stud. ab 1882 an der Akad. der bildenden Künste in Wien bei Griepenkerl und Makart (beide s. d.) vermittelten ihm Beziehungen zur Farbe und zu barocker Gestaltung. Nach zahlreichen Stud.Reisen nach Ungarn, Holland, Belgien und Italien, wo er von den Arbeiten Tiepolos und Veroneses beeinflußt wurde, ließ er sich in Karlsbad nieder. S., der mit dem Egerländer Heimatforscher und Dichter J. Hofmann (s. d.) befreundet war, suchte in seinen Bildern v. a. die Historie seiner Heimatstadt festzuhalten, so in Landschaftsdarstellungen und in Bildnissen berühmter Karlsbader und Besucher des Bades (Wallenstein, Beethoven, Goethe usw.); seine Werke wurden z. Tl. von Kaiserbad, Stadtmus. und Hotels erworben. Ebenso schuf er für Kirchen im Egerland Altarbilder. S. war Mitgl. des Metznerbundes, einer Vereinigung sudetendt. bildender Künstler, der 1935 für ihn eine Gedächtnisausst. in Karlsbad veranstaltete. S.s ältester Sohn Josef (geb. Karlsbad, 17. 4. 1897; gest. Ulm, Baden-Württemberg/Deutschland, 16. 5. 1984) stud. an der Kunstgewerbeschule in München, ab 1914 an der dortigen Akad. der bildenden Künste und übersiedelte 1920 nach Berlin, wo er bis 1956 als freischaffender Künstler lebte. Danach zog er nach Emmelshausen b. Koblenz, wo er neben Porträts und Landschaftsbildern auch Darstellungen mit Motiven aus dem industriellen und bäuerl. Leben fertigte. Dessen Bruder Max (geb. Karlsbad, 25. 3. 1902; gest. Kettershausen b. Illertissen, Bayern/Deutschland, 30. 10. 1988) stud. an der Kunstgewerbeschule in München, arbeitete später im Atelier seines Bruders Josef und kehrte danach wieder in seine Geburtsstadt zurück, wo er eine Kunsthandlung betrieb. Sein Œuvre umfaßt v. a. Landschaften und volkstüml. Darstellungen aus seiner Heimat.

W.: Wallensteins Einzug in Karlsbad; Zar Peter reitet auf den Hirschensprung; Paganini-Konzert in Karlsbad; Albrecht Dürer in Venedig; usw.
L.: Jb. der Egerländer 1964. Egerlandkal., gestaltet von O. Zerlik, 11, (1963), S. 7 (mit Bild); V. Karell, in: Sudetendt. Kulturalmanach, hrsg. von J. Heinrich, 6, o. J., S. 197ff. (mit Bild); Egerländer Biograf. Lex.; Toman; H. Schubert, Karlsbad. Ein Weltbad im Spiegel der Zeit, 1980, S. 120f. – Josef und Max S.: Egerländer Biograf. Lex.; Toman; H. Schubert, Karlsbad. Ein Weltbad im Spiegel der Zeit, 1980, S. 121; G. Träger, Das Kunstschaffen der Egerländer im 20. Jh. 2, Marktredwitz 1984, S. 46 (für Josef S.), 49 (für Max S.) (Kat.).
(R. Hemmerle)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 50, 1994), S. 386
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